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"Wir brauchen im Abschluss ein höheres Niveau als bei den Tarifrunden der vergangenen Jahre", sagt Bsirske. Foto: Sophia Kembowski

Öffentlicher Dienst

Verdi will bei Tarifrunde 2018 deutlich mehr herausholen

Für die Beschäftigten von Bund und Kommunen geht es im neuen Jahr ums Geld. Die Gewerkschaften wollen einen hohen Tarifabschluss erreichen - es dürfte spannend werden.

Berlin (dpa) - Vor den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst 2018 hat Verdi-Chef Frank Bsirske einen deutlich höheren Abschluss als in den vergangenen Runden gefordert.

"Wir brauchen im Abschluss ein höheres Niveau als bei den Tarifrunden der vergangenen Jahre", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Verhandlungen für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen beginnen im Februar.

Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft hatte bereits Tabellenerhöhungen von insgesamt 6 Prozent mit einer sozialen Komponente ins Spiel gebracht. Die Ausbildungsentgelte sollen demnach um mehr als 6 Prozent steigen. Außerdem soll es ein kostenloses Nahverkehrsticket geben.

Verdi, der Beamtenbund dbb und weitere beteiligte Gewerkschaften wollen ihre Forderungen am 8. Februar präsentieren. Die Verhandlungen beginnen Ende Februar in Potsdam.

"Die Ergebnisse müssen mit dem wirtschaftlichen Umfeld korrespondieren", sagte Bsirske. "In der Wirtschaft gibt es exzellente Gewinnerwartungen, die Arbeitslosigkeit sinkt", so der Gewerkschaftsvorsitzende. "Die Konkurrenz um qualifizierte Fachkräfte gewinnt deutlich an Schärfe."

Bei der bisher letzten Runde hatten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber 2016 auf eine Erhöhung von insgesamt fast fünf Prozent auf zwei Jahre geeinigt. In Potsdam treffen dann wieder alte Bekannte aufeinander: Für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) wird wie in den vergangenen Jahren deren Präsident Thomas Böhle die Tarifverhandlungen führen.

Bei der anstehenden Tarifrunde dürfte auch die Digitalisierung in der Verwaltung und das umstrittene Tarifeinheitsgesetz eine Rolle spielen. In einer Mitgliederversammlung hatte sich die VKA dafür ausgesprochen, kollidierende Tarifverträge in einem Betrieb zu vermeiden. Die VKA forderte die Gewerkschaften auf, etwaige Kollisionen durch Abgrenzung ihrer Zuständigkeitsbereiche oder durch Bildung von Verhandlungsgemeinschaften auszuschließen.

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