IBM verdient etwas weniger

- Armonk - Der weltgrößte Computerkonzern IBM hat im dritten Quartal 2005 wegen Sonderbelastungen zwar etwas weniger verdient, doch die Gewinnerwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Der Quartalsgewinn fiel um 2,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Es gab steuerliche Sonderzahlungen von 525 Millionen Dollar im Zusammenhang mit der geplanten Repatriierung von kumulierten Auslandsgewinnen in Höhe von neun Milliarden Dollar.

Der IBM-Umsatz fiel im Juli-September-Abschnitt gegenüber der Vorjahreszeit um acht Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar (17,8 Mio Euro), gab IBM nach Börsenschluss am Montag bekannt. Klammert man jedoch im dritten Quartal 2004 die Umsätze der inzwischen an den chinesischen Lenovo-Konzern verkauften PC-Sparte aus, dann stieg der Konzernumsatz um vier Prozent. Der IBM-Aktienkurs legte am Montag nachbörslich um 2,3 Prozent auf 84,48 Dollar zu.

"Unsere Restrukturierungsaktionen und unser gestrafftes Management in Europa beginnen, Resultate zu zeigen", betonte IBM-Konzernchef Samuel J. Palmisano. "IBM hatte ein gutes Quartal", erklärte er. IBM ist auf Sparkurs und baut 14 500 Stellen ab, die meisten davon in Europa.

Das Dienstleistungsgeschäft, die mit Abstand größte IBM-Sparte, machte sich nach einer Durststrecke zu Jahresbeginn wieder gut. Der Umsatz legte um 3,3 Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar zu. IBM erhielt hier Neuaufträge von elf Milliarden Dollar und hatte einen Auftragsbestand von 113 Milliarden Dollar.

Auch bei Software und Hardware, sprich Großrechnern, Servern und anderen Computerprodukten, gut entwickelt. Das Hardware-Geschäft lief ohne die verlustreiche PC-Sparte besser. Der Hardware-Umsatz ging wegen des Verkaufs des Bereichs zwar um 32 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar zurück. Klammert man die PC-Zahlen aus, steigerte IBM den Umsatz um sieben Prozent. Die neu eingeführten Großrechner der zSerie kamen bei den Kunden gut an. Der Softwareumsatz legte um fünf Prozent auf 3,8 Milliarden Dollar zu.

Der Gewinn pro Aktie stieg auf 94 (92) Cent. Der Zuwachs geht auf Aktienrückkäufe durch das Unternehmen zurück. IBM verdiente unter Ausklammerung von Sonderfaktoren 1,26 (1,03) Dollar je Aktie, während die Analysten nur mit 1,13 Dollar gerechnet hatten.

IBM steigerte den Umsatz in Nord- und Südamerika ohne PCs und unter Berücksichtigung von Wechselkursveränderungen um fünf Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar und in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar. Im asiatisch-pazifischen Raum fiel der Umsatz um zwei Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar.

Der Neunmonatsumsatz schrumpfte um 2,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Dollar. IBM verdiente in diesem Zeitraum 4,7 (4,6) Milliarden Dollar oder 2,90 (2,72) Dollar je Aktie. Dabei waren die steuerlichen Belastungen für die Gewinnrückführung, Sonderkosten von 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern für die Restrukturierung, ein Vorsteuergewinn von 1,1 Milliarden Dollar aus dem Verkauf der PCSparte und sonstige Einkünfte im Zusammenhang mit einem Vergleich mit Microsoft in Höhe von 775 Millionen Dollar berücksichtigt.

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