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Volkswagen-Chef Matthias Müller spricht in Wolfsburg.

Nach Abgas-Skandal: VW-Verkaufszahlen schrumpfen weiter

Wolfsburg - Zwischen schlechten Nachrichten und Gerüchten zum Abgas-Skandal liefern die Absatzzahlen von Volkswagen zählbare Fakten. Demnach zeichnet sich schon nach dem November ab, dass das Rekordergebnis von 2014 nicht wiederholt werden kann.

Bereits im zweiten Monat nach Beginn des Abgas-Skandals hat VW weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. „Der Volkswagen-Konzern und seine Marken durchleben aktuell eine herausfordernde Zeit“, sagte VW-Chef Matthias Müller am Freitag in Wolfsburg laut Mitteilung. Weltweit schlug der Konzern demnach in diesem Jahr von Januar bis November knapp 9,1 Millionen Fahrzeuge los und damit 1,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Jahresziel, so viele Autos zu verkaufen wie im Vorjahr, gerät damit in Gefahr.

Im November allein schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Abgesehen vom Lkw-Bauer Scania schwächte sich das Geschäft in dem Monat bei allen Marken des VW Konzerns im Vergleich zum Gesamtjahr ab.

In welchem Ausmaß der schrumpfende Absatz auf den weltweiten Abgas-Skandal zurückgeht, lässt sich nur schwer abschätzen. In Deutschland bestellen Kunden ihren Neuwagen in der Regel beim Händler und warten dann mehrere Monate auf die Auslieferung, aber der Trend zeigt zumindest bei der VW-Kernmarke bereits nach unten. Im November betrug das Minus zum Vorjahresmonat 2,4 Prozent - während der Gesamtmarkt um 8,9 Prozent zulegte. „Mit Blick auf die aktuell herausfordernde Situation für die Marke gehe ich nicht davon aus, dass wir das in den verbleibenden Tagen werden aufholen können“, sagte Jürgen Stackmann, Mitglied des VW-Markenvorstands.

In den USA kommt die Reaktion der Kunden schneller im Autohaus an, weil dort viele ihre Neuwagen direkt vom Hof des Händlers weg kaufen. Dort hatte ein Diesel-Verkaufsstopp den Absatz im November regelrecht abstürzen lassen: Für die USA meldete die Marke VW für den vorigen Monat ein Minus von fast einem Viertel im Vorjahresvergleich.

Aufgesplittet nach den einzelnen Marken und Ländern zeigen sich sowohl im Monats- als auch im Jahresvergleich deutliche Unterschiede im Konzern. Insbesondere die Kernmarke VW kann die Vorjahreszahlen nicht wiederholen. Konkret heißt das: Von Januar bis November sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge um 4,5 Prozent auf 5,36 Millionen. Auch bei den Töchtern MAN und Scania sowie in der Nutzfahrzeugsparte meldete VW im laufenden Jahr rückläufige Zahlen.

Bei den Absatzmärkten bereitet dem Konzern vor allem die Lage in Russland (minus 36,7 Prozent) und Brasilien (minus 36,5 Prozent) große Sorgen. Im größten Einzelmarkt China war das Minus mit 3,6 Prozent etwas geringer.

Doch es gibt auch Lichtblicke in der VW-Welt: So konnte der Konzern von Januar bis November im wichtigen europäischen Markt um 2,8 Prozent zulegen, in Deutschland stand ein Plus von 4,2 Prozent zu Buche - der Gesamtmarkt war hierzulande allerdings deutlich schneller gewachsen. VW verliert also Marktanteile.

dpa

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