Verhärtete Fronten in Volkswagen-Tarifrunde

- Hannover - Volkswagen dringt in den Lohnverhandlungen für die westdeutschen VW-Werke laut IG Metall auf einen schrittweisen Ausstieg aus dem Haustarifvertrag. Die Unternehmensführung habe in der zweiten Verhandlungsrunde erklärt, es werde "in Zukunft keiner mehr nach den Bedingungen VW-Haustarifvertrages eingestellt", sagte IG-Verhandlungsführer Hartmut Meine. Zudem wolle VW ohne "Modifizierungen des Haustarifvertrags" die Fertigung neuer Modelle oder Komponenten nicht an deutsche Standorte vergeben.

<P>Bald nach Beginn der zweiten Runde der Tarifgespräche protestierten vor dem Verhandlungsgebäude über 1000 VW-Beschäftigte. In einer Rede, für die die Verhandlungen unterbrochen wurden, warf IG-Metall-Bezirksleiter Meine dem Unternehmen vor, es wolle "den VW-Haustarifvertrag offensichtlich ins Leere laufen lassen". Ursache der sinkenden Gewinne von Volkswagen seien jedoch Managementfehler, die nicht die Beschäftigten ausbaden dürften. Allerdings würden "in dieser Tarifrunde die Bäume nicht in den Himmel wachsen". Ein VW-Sprecher wollte die Angaben zum angestrebten Ausstieg aus den Haustarifvertrag "mit Blick auf die laufenden Verhandlungen nicht kommentieren".<BR><BR>VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn hatte allerdings bereits vor Wiederaufnahme der Verhandlungen angekündigt, er werde der Gewerkschaft nochmals die Notwendigkeit erläutern, "dass wir eine Kostenentlastung von 30 Prozent haben müssen, um Beschäftigung in Deutschland zu sichern". Der Konzern fordert zwei Nullrunden bei den Löhnen und bietet dafür Beschäftigungszusagen. Die Gewerkschaft fordert hingegen vier Prozent mehr auf dem Lohnzettel für die 103 000 Beschäftigten.<BR></P>

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