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Der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, Ulrich Weber, sitzt am Montag in Frankfurt am Main am Verhandlungstisch der delegation der Lokführergewerkschaft GDL gegenüber.

Verhandeln statt Streik: GDL und Bahn ringen um Tarifvertrag

Frankfurt/Main - Die Lokführer und die Deutsche Bahn sitzen wieder am Verhandlungstisch. Dennoch drohen weitere Streiks: Die sechs großen Bahnkonkurrenten verweigerten sich bisher neuen Tarifverhandlungen, schimpft die Gewerkschaft GDL.

Verhandlungen statt Streiks: Die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn (DB) ringen seit Montag wieder am Verhandlungstisch um einen neuen Tarifvertrag. Nach sieben Wochen Unterbrechung und mehreren Streikwellen begannen in Frankfurt neue Gespräche über Einkommen, Arbeitsbedingungen und Beschäftigungssicherung der Lokführer. Schon zu Beginn machten beide Seiten klar: Eine rasche Einigung wird es nicht geben. Für diesen Freitag (25.3.) wurde bereits ein weiteres Treffen in Berlin vereinbart.

Für die erste Verhandlungsrunde am Montag zogen beide Seiten ein optimistisches Fazit. Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, erklärte, die bisherigen Zwischenergebnisse ließen den Schluss zu, dass die DB zu einem Ergebnis bereit sei. “Wir werden deshalb zunächst auch weiterhin auf Streiks bei der DB verzichten.“

Eine Bahn-Sprecherin sprach von einer “sachlich-konstruktiven Atmosphäre“ und fügte hinzu: “Nach Rückkehr an den Verhandlungstisch sind wir zuversichtlich, dass eine gute Lösung im Interesse unserer Mitarbeiter und unserer Kunden zügig möglich ist.“

Anders ist die Lage bei den großen Bahnkonkurrenten. Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn verweigerten sich weiter. “Deshalb werden wir dort auch weiter streiken“, drohte Weselsky. Wann und wo es neue Streiks geben könnte, ließ er offen.

Bahn strebt laut Personalvorstand rasche Einigung an

Die Deutsche Bahn strebt nach den Worten ihres Personalvorstandes Ulrich Weber im Interesse der Fahrgäste eine rasche Einigung an. “Wir erwarten konstruktive, sachliche und zügige Verhandlungen“, sagte Weber am Montag. “Ich denke, Priorität hat unverändert die Idee eines Rahmentarifvertrages für Lokomotivführer.“ Dieser steht nach GDL-Aussage inzwischen. Nach Darstellung einer GDL-Sprecherin “hakt es“ dagegen noch beim parallel verhandelten Lokführer-Tarifvertrag bei der Bahn. Offene Punkte sollen der GDL zufolge vor dem nächsten Verhandlungstermin sondiert werden.

Erklärtes Ziel der GDL sind einheitliche Tarifstandards für etwa 26 000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr - unabhängig davon, bei welchem Unternehmen sie beschäftigt sind. Dabei dürfe es für die Mitarbeiter der Deutschen Bahn keine Einschnitte geben, betonte Weselsky.

Die Deutsche Bahn AG hatte vor wenigen Tagen ihren Willen zum Abschluss eines neuen Tarifvertrages bekräftigt. Das Unternehmen bietet rückwirkend zum 1. März 1,8 Prozent mehr Geld und weitere 2,0 Prozent zum 1. Januar 2012. Hinzu soll ein Aufschlag im Volumen von 1,2 Prozent durch diverse Sozialleistungen kommen. Die GDL hat beim Einkommen einen Aufschlag von fünf Prozent verlangt.

dpa

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