Ablauf des Blackberry-Ultimatums in Indien

Neu-Delhi/Berlin - Countdown mit ungewissem Ausgang für mehr als eine Million Blackberry-Nutzer in Indien: Die Regierung droht, den mobilen E-Mail-Dienst zu sperren. Die Einzelheiten:

Wenn die Betreiber ihr bis Dienstag keine Verschlüsselungscodes offengelegt haben, will die Regierung den Dienst sperren. Für Montag ist laut einem Zeitungsbericht ein Krisengespräch im Innenministerium geplant.

Die Situation ist festgefahren. Der Blackberry-Anbieter Research In Motion beharrt darauf, gar keinen “Generalschlüssel“ zu haben, mit dem alle E-Mails mitgelesen werden könnten. Die indische Regierung zeigt sich besorgt, dass mit Hilfe der verschlüsselten E-Mails zum Beispiel Terroristen ihre Angriffe vorbereiten könnten. Deswegen stellte sie RIM ein Ultimatum. Auch in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten droht dem BlackBerry-Dienst mit ähnlicher Begründung die Abschaltung.

Blackberry-Dienst für Unternehmen stärker verschlüsselt

Zuletzt mehrten sich die Anzeichen, dass der Anbieter in Indien noch etwas mehr Zeit bekommen könnte. Zum Wochenende berichtete die indische Zeitung “Business Standard“, das Telekommunikationsministerium sei dafür, Research In Motion zwei Monate Aufschub zu gewähren. Der “Times of India“ zufolge wollte sich Innenminister GK Pillai am Montag mit Vertretern des Unternehmens treffen. In den vergangenen Tagen soll es intensive Verhandlungen gegeben haben.

Das Problem soll vor allem in dem Blackberry-Dienst für Unternehmen liegen, der mit einer stärkeren Verschlüsselung geschützt ist. Die E-Mail-Kommunikation von Privatpersonen ist leichter zu überwachen. Für Research In Motion ist die Sicherheit der E-Mails ein wichtiges Argument, um Unternehmen und Regierungsbehörden als Kunden zu gewinnen. Zugleich ist aber Indien einer der am schnellsten wachsenden und hartumkämpften Märkte in der Branche. Blackberry hatte zu Beginn des Sommers rund 46 Millionen Kunden weltwelt.

dpa

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