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Der Techniker Jörg Flade inspiziert im sächsischen Sayda die Filteranlage der Gasverdichterstation der Verbundnetz Gas AG (VNG). Normalerweise kommt hier russisches Erdgas über die Ukraine, Slovakei und Tschechien an.

Verhandlungen zur Lösung des Gas-Streits in entscheidender Phase

Brüssel - Die Verhandlungen zur Lösung des russisch-ukrainischen Gas-Streits sind am Donnerstag in Brüssel in die wohl entscheidende Phase gegangen. Nach Beratungen bei der EU-Kommission und im Europäischen Parlament trafen die Chefs der streitenden Gaskonzerne aus Russland und der Ukraine zu einem direkten Gespräch zusammen.

"Möglicherweise werden wir heute Abend in Moskau die Verträge unterzeichnen", sagte der ukrainische Energie-Beauftragte Bogdan Sokolowski der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande der Verhandlungen. "Ich hoffe, dass es dazu kommt", fügte er hinzu.

Zuvor hatte die Ukraine höhere Gebühren für die Durchleitung russischen Erdgases in die Europäische Union gefordert. Die derzeitigen Entgelte reichten für ein ordnungsgemäßes Funktionieren des ukrainischen Leitungsbetreibers Naftogas nicht aus, sagte Sokolowski im EU-Parlament. "Wir wollen, dass auch die Transittarife auf ein angemessenes Niveau angehoben werden", betonte der Ukrainer.

Alexej Miller von der russischen Gazprom beriet unterdessen stundenlang mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Energiekommissar Andris Piebalgs über die Versorgungskrise. Am frühen Nachmittag traf Miller mit seinem Gegenspieler Oleg Dubina von Naftogas zusammen, wie der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses im Europa-Parlament, Jacek Saryusz-Wolski, sagte.

Die EU-Kommission erklärte, die geplante Gruppe europäischer Beobachter im Gas-Streit werde am Freitag reisefertig sein. "Wann sie fahren, hängt dann von den beiden Seiten ab", sagte der zuständige EU-Kommissionsdirektor Heinz Hilbrecht. Die grundsätzliche Zustimmung von Russland und der Ukraine zu der EU-Mission liege vor. Zu der Expertengruppe, die den Gasfluss von Russland über die Ukraine in die EU überwachen soll, würden etwa ein Dutzend Fachleute der Gasindustrie und einige EU-Vertreter gehören, sagte Hilbrecht.

dpa

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