VW: Verhandlungen mit Porsche

- Stuttgart/Hannover - Volkswagen führt Verhandlungen mit seinem Hauptaktionär Porsche über den Bau von Teilen des neuen Porsche-Sportcoupés "Panamera" im VW-Werk Hannover. Ein VW-Sprecher bestätigte einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Auf dem US-Markt ist Volkswagen weiter im Aufwärtstrend. Im Februar verkaufte die Marke VW in den USA 16 329 Fahrzeuge, im Vergleich zum Vorjahresmonat war dies ein Plus von 21,3 Prozent.

Porsche stellte zugleich klar, dass es sich dabei nur um die Karosserie handele und auch andere Kandidaten im Rennen seien. Gebaut werden soll der "Panamera" wahrscheinlich von 2009 an bei Porsche in Leipzig. Diese Entscheidung sei allerdings auch noch nicht endgültig getroffen, sagte ein Porsche-Sprecher. Fest stehe, dass die Karosserie von einem Zulieferer bezogen werden solle. Das könnte VW sein, aber auch Magna-Steiyr in Österreich, hieß es aus Unternehmenskreisen. Die Fertigung der Karosserie bei VW und auch der Produktionsort Hannover sei eine Option, hieß es bei Porsche.

Die Beteiligung an der "Panamera"-Produktion könnte eine Alternative zu der bereits seit längerem diskutierten Schließung der Gießerei in Hannover mit rund 1300 Beschäftigten sein. Der VW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Ende 2005 bereits hatte es in Unternehmenskreisen geheißen, Porsche wolle Rohbau und Lackierung des für 2009 geplanten Sportcoupés "Panamera" an VW vergeben. Die Karosserien sollten bei VW in Wolfsburg gefertigt und dann im Leipziger Porsche-Werk montiert werden.

Die Volkswagen-Konzernspitze hatte Mitte Februar ein tief greifendes Restrukturierungsprogramm für die Ertrag schwache Kernmarke VW angekündigt. Davon könnten in den kommenden drei Jahren rund 20 000 Beschäftigte betroffen sein, hieß es. Schwerpunkte des Programms sind geringere Arbeitskosten, eine volle Auslastung der Werke auch durch eine Kapazitätsanpassung sowie eine Neuordnung der Komponentenfertigung.

Volkswagen lässt bislang viele Autoteile wie Motoren, Getriebe, Achsen und Abgasanlagen in eigenen Werken produzieren, etwa in Kassel, Salzgitter und Braunschweig. Nach VW-Darstellung arbeiten die Komponentenwerke "in einigen Bereichen" wirtschaftlich, andere sind davon "weit entfernt". Im Werk Hannover mit insgesamt 15 000 Beschäftigten fertigt VW Nutzfahrzeuge und betreibt dort auch eine Gießerei.

VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh hatte bereits im Januar mit Blick auf die Neuordnung der Komponentenfertigung kritisiert, es mache überhaupt keinen Sinn, Know-how aus der Hand zu geben. Stattdessen müssten Entwicklung, Organisation und Fertigung der Komponentenbereiche verbessert und strategisch so aufgestellt werden, dass sie im Wettbewerb bestehen könnten.

Das Plus auf dem wichtigen US-Markt sei das beste Februar-Ergebnis seit 2003, teilte Volkswagen of America in Auburn Hills (USA) mit. Seit Jahresbeginn stiegen die Verkäufe um fast ein Viertel. Im Gesamtjahr 2005 war der VW-Absatz auf dem größten Automarkt der Welt noch um 12,5 Prozent gesunken. Volkswagen schrieb in den USA im vergangenen Jahr einen Verlust von rund einer Milliarde Euro. 2006 peilt VW auf dem US-Markt einer früheren Prognose zufolge aufs Gesamtjahr bezogen ein Verkaufsplus von fünf bis zehn Prozent an.

Im Februar legte vor allem der neue Passat in den USA zu, mit einem Plus von 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Jetta-Verkauf stieg um fast 11 Prozent. Jetta und Passat sind mit Abstand die beiden wichtigsten VW-Fahrzeuge in den USA. Die alten Modelle der beiden Autos liefen aber fast zeitgleich aus, daher hatte VW zuletzt große Probleme in den USA.

VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte im Januar gefordert, im stark defizitären US-Geschäft müsse es 2006 eine "Trendwende" geben. Die Verluste in den USA sollten "substanziell reduziert werden". Um besser auf die Kundenwünsche der Amerikaner einzugehen, hat VW das Projekt "Moonraker" gegründet. Junge Ingenieure, Designer, Marketing- und Vertriebsleute sollen "Trend Scouts" sein. Bernhard sagte, um auf einem Markt erfolgreich zu sein, müsse man Teil dieses Marktes sein. Dies wolle VW wieder werden.

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