Verkauf des Apple-Handys iPhone in Deutschland gestartet

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Köln (dpa) - Das Multimedia-Handy iPhone kann man jetzt auch in Deutschland kaufen: Unter großem Andrang von Apple-Fans und Technikbegeisterten brachte der Mobilfunkbetreiber T-Mobile am Freitag das mit Spannung erwartete Gerät auf den Markt.

Ein T-Punkt in der Kölner Innenstadt öffnete als bundesweit einziger Shop seine Türen bereits um Mitternacht. In den übrigen rund 700 Telekom-Läden begann der Verkauf des iPhone dann zur normalen Verkaufszeiten. Ein Telekom-Sprecher berichtete von einer großen Nachfrage.

Nirgendwo sei es zu chaotischen Zuständen gekommen. Der Verkauf laufe in ruhigen Bahnen. Den Interessenten sei klar signalisiert worden, dass das iPhone kein rares Gut, sondern auch noch in der nächsten Woche verfügbar ist. Allein in dem Kölner T-Punkt sollen zum spektakulären Verkaufsstart des Handys zur Mitternacht mehr als 700 iPhones gelegen haben. Zum US-Start Ende Juni hatten sich zum Teil lange Schlangen gebildet - es waren aber stets genug Telefone verfügbar.

Das Apple-Handy, das eine Kombination aus Mobiltelefon, iPod- Musikplayer und Internet-Gerät ist und über einen sogenannten Touchscreen, einen berührungsempfindlichen Bildschirm, gesteuert wird, kostet mit einem Zweijahresvertrag knapp 400 Euro. Der monatliche Grundpreis für den Vertrag liegt zwischen 49 und 89 Euro mit 100 bis 1000 Inklusivminuten. Damit summieren sich die Kosten für 24 Monate auf mindestens 1600 Euro in der günstigen und auf 2500 Euro in der teuersten Tarifvariante. Die Mobilfunkbranche hofft, dass das iPhone den umsatzstarken Datendiensten auf dem Handy einen Schub geben wird.

Vor dem Kölner T-Punkt hatten sich schon vor dem Verkaufsstart mehrere hundert Menschen versammelt. Einige Kunden waren sogar aus Süddeutschland angereist. Der Geschäftsführer von T-Mobile Deutschland Philipp Humm zeigte sich überzeugt, dass das iPhone ein Verkaufsschlager wird. "Das ist ein Kulthandy, nicht nur für Apple- Fans, sondern für jedermann", sagte der Manager, der auch Verkaufschef der Deutschen Telekom ist. Humm überreichte einem Kölner das erste in Deutschland offiziell verkaufte iPhone selbst.

T-Mobile hatte vor einigen Wochen mit dem US-Konzern eine exklusive Vermarktung des iPhone in Deutschland vereinbart. Dabei wird in der Branche spekuliert, das die Telekom-Tochter hierfür Apple ordentlich am Unsatz beteiligen muss. Zeitgleich mit dem iPhone ist an diesem Freitag auch der T-Mobile-Rivale Vodafone mit dem Konkurrenzprodukt Qbowl von Samsung an den Start gegangen. In Großbritannien startete das iPhone ebenfalls, mit dem Mobilfunkunternehmen O2 als Partner.

Während T-Mobile vom Verkaufserfolg des Apple-Handys überzeugt ist, halten andere die Zuversicht für überzogen. Nach einer Untersuchung der Mediadesign Hochschule München sollen sich potenzielle Käufer besonders über die Bindung an den Betreiber T- Mobile verärgert gezeigt haben. Große Vorbehalt hätten sie auch gegenüber dem SIM-Lock, das eine Nutzung des iPhone in anderen Mobilfunknetzen verhindert, berichtet die Mediadesign Hochschule am Freitag. Auch der Preis sei vielen Kunden zu hoch, das Handy nicht UMTS-fähig und damit beim Surfen und Herunterladen von Dateien zu langsam.

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