Verkauf der Landesbank Berlin: Auch Institute aus Bayern interessiert

- München -­ Der bevorstehende Verkauf der Landesbank Berlin stößt auf reges Interesse. Im Rennen um die Finanzgruppe sind 19 mögliche Käufer, wie der Berliner Senat mitteilte. Dazu zählen auch zwei bayerische Geldhäuser. Am Ende der Verhandlungen könnte erstmals eine Sparkasse in die Hände eines privaten Eigentümers fallen.

"Um den Erwerb der Landesbank Berlin (LBB) bewerben sich erste Adressen der nationalen und internationalen Finanzwelt", teilte der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin nach Fristende am Montagmittag mit. Die unverbindlichen Interessensbekundungen werden nach seinen Worten nun vom Senat geprüft. Um Ostern rum sollen dann die überzeugendsten Kandidaten ein erstes finanzielles Angebot für den 81-prozentigen Anteil Berlins an der LBB vorlegen. Das Land muss sich auf Druck der EU-Kommission wegen unerlaubter Beihilfen bis zum Jahresende von dem Finanzverbund trennen.

Eine Liste der 19 Interessenten legte der Berliner Senat nicht offen. In den vergangenen Wochen waren allerdings bereits mehrere potenzielle Bieter aus dem öffentlich-rechtlichen Lager, aus Reihen von Privatbanken und Finanzinvestoren bekannt geworden. Die LBB, zu der die Berliner Sparkasse und die Berliner Landesbank gehören, gilt als attraktives Übernahmeziel. Die Gruppe dominiert in der Hauptstadt den Privatkunden-Markt und hat ihre Krise nach der Jahrtausendwende überwunden. Es wird über einen Verkaufspreis zwischen drei und sechs Milliarden Euro spekuliert.

Am offensivsten bemüht sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) um die Berliner Landesbank. Die Dachorganisation der Sparkassen in Deutschland will unbedingt verhindern, dass eine Privatbank die Berliner Sparkasse schluckt. Erstmals würde dann nämlich ein privates Geldhaus unter der Marke "Sparkasse" agieren können, die bislang nur die öffentlich-rechtlichen Institute tragen dürfen. Ziel sei es, auch in Berlin eine gemeinwohlorientierte Sparkasse zu erhalten, erklärte DSGV-Präsident Heinrich Haasis.

Einen Fuß haben die Sparkassen bereits in der Tür: Kürzlich erwarben sie über die Deka Bank einen Zehn-Prozent-Anteil von der NordLB. Konkurrenz bekommt der DSGV aber auch aus dem eigenen Lager. Überraschend hatten in den letzten Tagen neben der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die HSH Nordbank und auch die BayernLB in München ihr Interesse an der LBB bekundet. Sprecher der drei Landesbanken bestätigten, dass sie sich beim Berliner Senat angemeldet haben. Ursprünglich hatte es geheißen, dass die öffentlich-rechtliche Seite, zu dem die Landesbanken auch gehören, nur vertreten sein wolle.

Den Sparkassen und Landesbanken stehen potente Mitstreiter gegenüber: Neben Postbank und Commerzbank heißt es in Finanzkreisen, dass auch die HypoVereinsbank interessiert ist. Die Münchner hatten zuletzt immer wieder betont, durch Übernahmen wachsen zu wollen. Zuletzt waren sie beim Verkauf der Berliner Bank und der Norisbank nicht zum Zug gekommen. Mit BNP Paribas (Frankreich) und GE Capital (USA) sollen auch mehrere Großbanken aus dem Ausland ihre Fühler nach der LBB ausstrecken.

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