Verkauf des Laupheimer Airbus-Werks perfekt

-

Nürnberg/Laupheim (dpa) - Der erwartete Verkauf des Laupheimer Airbus-Werks an den Nürnberger Technologie- und Rüstungskonzern Diehl und seinen französischen Partner Thales ist perfekt. Das teilten Diehl und die EADS-Tochter Airbus am Freitagabend mit.

Die Verhandlungen über den Erwerb des Werks mit rund 1100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 240 Millionen Euro seien mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht worden. Zum 1. Oktober werde das operative Geschäft und das Betriebsvermögen des Standorts Laupheim an die Käufer übertragen. Angaben zum Preis wurden nicht gemacht. Das Geschäft muss noch von den europäischen Kartellbehörden genehmigt werden.

"Der Verkauf von Laupheim ist ein bedeutendes Element im "Power8"- Restrukturierungsprogramm", sagte Airbus-Chef Tom Enders laut Mitteilung. Airbus könne sich verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren. Gleichzeitig baue man einen starken Lieferanten für wesentliche Kabinenelemente auf.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und der Betriebsrat des Laupheimer Werkes begrüßten den Verkauf an Diehl. "Das Werk und seine Mitarbeiter haben nach mehr als eineinhalb Jahren Ungewissheit wieder Planungssicherheit für die Zukunft", sagte Oettinger. "Ich weiß, dass die neuen Eigentümer keine Arbeitsplätze abbauen, sondern den Standort durch zusätzliche Investitionen stärken und ausbauen wollen." Der Laupheimer Vize-Betriebsratschef Dieter Kramer erklärte: "Eine lange Zeit der Ungewissheit ist zu Ende - die nächsten Jahre sind sicher."

Bei Diehl hieß es, das Werk Laupheim solle nach der Vereinbarung als eigenständiges Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Diehl und Thales in den Diehl-Teilkonzern Aerosystems eingebunden werden. Diehl sei an dem Gemeinschaftsunternehmen zu 51 Prozent, Thales zu 49 Prozent beteiligt. In dem Gemeinschaftsunternehmen sei bereits das Diehl/Thales-Joint Venture Diehl Aerospace angesiedelt. Die Fähigkeiten der beide Unternehmen ergäben zusammen mit dem Kabinen-Know-How in Laupheim eine wettbewerbsfähige Systemkompetenz für die Flugzeugkabine.

Diehl Aerospace sei ein führender Anbieter unter anderem bei Kabinen- und Notbeleuchtung sowie der Steuerung von Passagier- und Frachttüren. Thales habe mit einem Marktanteil von 45 Prozent eine führende Position auf dem Gebiet der Bordunterhaltung, in der Satellitenkommunikation sowie bei Systemen für Internet- und E-Mail-Zugang im Flugzeug. "Laupheim erhält so die besten Voraussetzungen, im Bereich Kabine ein wichtiger Partner für die internationale Luftfahrtindustrie zu werden", heisst es in den gemeinsamen Mitteilung von Diehl und Thales.

Vor rund einer Woche hatte sich auch die Arbeitnehmerseite mit Diehl über die Zukunft der Beschäftigten verständigt. Der 1100 Mitarbeiter zählende Stammbelegschaft kann danach bis Dezember 2012 nicht betriebsbedingt gekündigt werden. Für die Leiharbeiter im Werk wurden die aktuellen Konditionen bis Mitte kommenden Jahres übernommen. Allerdings soll in den nächsten neun Monaten geprüft werden, wie viele Leiharbeiter von Diehl übernommen werden können. Außerdem hatte Diehl zugestimmt, dass Laupheim eine selbstständige Fabrik werden soll. Bislang war der Standort abhängig von der Airbus-Gruppe.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Microsoft startet Vorverkauf seiner neuen Konsole Xbox One X
Microsofts neues Konsolen-Modell Xbox One X können nun auch Nutzer in Deutschland vorbestellen.
Microsoft startet Vorverkauf seiner neuen Konsole Xbox One X
Katar verhindert angeblich saudische Flüge nach Mekka
Katar verweigert der staatlichen saudischen Fluggesellschaft nach deren Angaben bislang die Landeerlaubnis, um Pilger aus dem Emirat zur Hadsch-Wallfahrt nach Mekka zu …
Katar verhindert angeblich saudische Flüge nach Mekka
Apfelbauern rechnen mit deutlich geringerer Ernte
Kalte Nächte im April - Apfelbauern in den wichtigen Anbaugebieten am Bodensee und im Alten Land erwarten deswegen nun massive Schäden. Die Landwirte rechnen mit einer …
Apfelbauern rechnen mit deutlich geringerer Ernte
Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht
Siemens hat im Streit um sanktionswidrig auf die Halbinsel Krim gebrachte Gasturbinen eine Niederlage erlitten.
Siemens verliert Streit um Turbinen vor Moskauer Gericht

Kommentare