Verkauf von T-Mobile USA geht vor Gericht

Washington - Der US-Telekommunikationsriese AT&T lässt es bei der umstrittenen Übernahme von T-Mobile USA auf eine Gerichtsverhandlung ankommen.

Ein Anwalt der Firma verzichtete am Mittwoch auf Vergleichsverhandlungen mit Vertretern des Justizministeriums, um möglichst schnell zu einer Entscheidung zu gelangen. Das Verfahren startet nun am 13. Februar und dürfte mehrere Wochen dauern.

Die Wettbewerbshüter im Ministerium wollen das 39 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) schwere Geschäft verhindern, mit dem die Deutsche Telekom ihre Sorgentochter loswerden will, und hatten Klage eingereicht. Sie fürchten, dass durch die Übernahme von T-Mobile USA die Preise steigen und der Service leidet. Durch den Zusammenschluss schrumpft die Zahl der US-weit vertretenen Mobilfunkanbieter von vier auf drei.

Kompromiss immer noch möglich

Das Justizministerium hat mit seinem Widerstand den Zeitplan von AT&T und der Deutschen Telekom durcheinandergebracht. Eigentlich wollen sie die Übernahme bis zum März kommenden Jahres abschließen. Es ist allerdings immer noch denkbar, dass sich AT&T zwischenzeitlich mit dem Justizministerium auf einen Kompromiss einigt. Dann müsste der Konzern aber wohl Zugeständnisse machen und etwa Kunden oder Funkfrequenzen abgeben.

Für die Deutsche Telekom steht viel Geld auf dem Spiel. Sie will sich mit dem Verkauf von T-Mobile USA eines Sorgenfalls entledigen. Die Deutschen hatten es versäumt, ihr Netz auszubauen und können bis heute das beliebte iPhone-Handy von Apple nicht anbieten. Deswegen sind Kunden abgesprungen. Dafür gilt T-Mobile USA als Preisbrecher, während AT&T eher zu den teuren Anbietern gehört.

AT&T stiege mit dem T-Mobile-Kauf zur unangefochtenen Nummer eins auf dem US-Mobilfunkmarkt auf. Als landesweit vertretene Konkurrenten blieben nur noch Verizon und Sprint Nextel übrig. Die restlichen Mobilfunkanbieter sind nur regional tätig. Sprint hat ebenfalls Klage gegen den T-Mobile-Verkauf eingereicht.

dpa

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