Die Verlierer des Jahres 2006

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Heinrich von Pierer

Der Siemens-Aufsichtsratschef war lange einer der höchst angesehenen Manager. Er hatte Deutschlands größten Elektrokonzern unter anderem durch die Abspaltung der Halbleitersparte Infineon fit gemacht für die Globalisierung. Zeitweise war Pierer sogar als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl im Gespräch. Doch die Korruptionsaffäre bei Siemens beschädigt seinen guten Ruf. Aktionärsschützer fordern Pierers Rücktritt als Aufsichtsratschef. Da der Aufbau des Korruptionssystems in Pierers Zeit als Vorstandsvorsitzender fiel, zweifeln sie, ob Pierer der richtige Mann ist, um die Affäre aufzuklären.

Bernd Pischetsrieder

Pischetsrieder (58) ist erneut gescheitert. 1999 stürzte er wegen des ihm angelasteten Rover-Debakels als BMW-Vorstandschef, im November dieses Jahres musste er als VW-Chef die Segel streichen. Pischetsrieder hatte das Vertrauen des mächtigen Aufsichtsratspräsidiums mit Ferdinand Piëch an der Spitze verloren. Pischetsrieder soll dem Konzern in einer noch nicht näher definierten Rolle erhalten bleiben.

Kai-Uwe Ricke

Vier Jahre nach seinem Amtsantritt muss der Telekom-Chef seinen Hut nehmen. Obwohl seit Monaten über einen Führungswechsel spekuliert wurde, kommt die Personalie überraschend ­ vor allem für Ricke selbst. Ér hatte wegen flauem Aktienkurs die Unterstützung von Großaktionär Bund verloren, wegen des massiven Stellenabbaus war er auch bei den Beschäftigten unten durch.

Noël Forgeard

Jahrzehntelang ging es für Noël Forgeard nur aufwärts. Seine Verbindung zu Frankreichs Präsident Jacques Chirac und zum Rüstungsindustriellen Jean-Luc Lagardère halfen dem Abgänger der Elitehochschule X-Mines über Etappen in Ministerien und der Industrie 1998 bis an die Airbus-Spitze. Nach langem Ringen mit dem deutschen EADS-Großaktionär Daimler-Chrysler kämpfte sich Forgeard mit Chiracs Hilfe Mitte 2005 in die EADS-Doppelspitze. Es war ein Pyrrhus-Sieg. Isoliert und angefeindet fand Forgeard keine Unterstützung mehr, als die Fertigungsprobleme beim Super-Airbus A380 öffentlich wurden. Anfang Juli 2006 stürzte Forgeard über die A380-Krise.

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