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Der US-Versicher AIG muss erneut einen Milliarden-Verlust verkraften.

AIG verliert schon wieder Milliarden

New York - Die Sanierung des US-Versicherers AIG geht ordentlich ins Geld. Wieder muss der Konzern ein Milliardenverlust verkraften, nachdem der Staat ihn gerettet hat.

Der vom Staat aufgefangene US-Versicherer AIG verliert weiter Geld. Im Schlussquartal fiel ein Verlust von unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar an, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit summiert sich das Minus im Gesamtjahr auf 10,9 Milliarden Dollar.

Vor allem die Sanierung führte zu den roten Zahlen: AIG baut seine Schulden und riskanten Anlagen ab - und nimmt dabei auch Verluste in Kauf.

Von den Rekordverlusten des Vorjahres ist AIG allerdings weit entfernt. 2009 machte der Konzern im Schlussquartal ein Minus von 61,7 Milliarden Dollar. So kam es im Gesamtjahr mit 99,3 Milliarden Dollar zum höchsten Verlust, den jemals ein Unternehmen in der US-Geschichte angehäuft hatte.

Das laufende Geschäft stabilisiere sich, ließ AIG wissen und verwies zur Begründung auf die sich erholenden Finanzmärkte. “Unser Team hat große Fortschritte während des Jahres gemacht“, sagte Konzernchef Robert Benmosche.

AIG ist einer der größten Lebensversicherer der Welt und der größte Finanzier von Flugzeugen. Dennoch waren die Börsianer vor den Kopf gestoßen: AIG musste seine Risikovorsorge kräftig aufstocken. “Das ist niemals ein gutes Zeichen“, sagte ein Experte.

Vorbörslich fiel der Kurs um mehr als 12 Prozent. Größter Anteilseigner sind mit knapp 80 Prozent die USA. Die Regierung hatte mehr als 182 Milliarden Dollar in AIG gepumpt, um den Konzern auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

dpa

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