Vermeintliche Weisheiten und Halbwissen verderben Rendite

- Halbwissen kann die Rendite verderben. Viele vermeintlich allgemein anerkannte Weisheiten rund ums Sparen mit Investmentfonds sind falsch. Ganz nach dem Motto: "Wenn es wirklich so einfach wäre, hätten in den vergangenen Jahren nicht so viele Anleger schlechte Erfahrungen mit Fonds gemacht." Deshalb hier die fünf meistverbreiteten Irrtümer.

Der Manager Irrtum Nummer 1: Ein Fondsmanager versucht immer, das Beste für den Anleger herauszuholen. Das ist falsch. Die meisten Fondsmanager sehen es als vorrangiges Ziel, besser abzuschneiden als ein repräsentativer Vergleichsindex. Orientiert sich etwa der Manager eines deutschen Aktienfonds am Dax und verliert der Index innerhalb eines Jahres 40 Prozent an Wert, so gilt ein Minus von nur 35 Prozent bereits als Erfolg. Um nicht von einem überraschenden Indexanstieg auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, blieben die meisten Fondsmanager selbst dann zu großen Teilen in Aktien investiert, wenn an der Börse alle Zeichen auf Sturm stünden. Wer hier böse Überraschungen vermeiden möchte, sollte einen Fonds wählen, beim dem Kapitalerhalt vorrangig ist.

Tradition statt Trend Ein weiterer Irrtum ist, dass ein neu aufgelegter Fonds sich lohne, weil er aktuelle Trends abdecke. Statt auf kurzlebige Mode-Fonds zu setzen, sollten sich Anleger für ein breit aufgestelltes Produkt entscheiden, dessen Ansatz sich bereits in steigenden und fallenden Märkten bewährt hat.

Währungsrisiko Wer glaubt, bei einem auf Euro lautenden Fonds seien Währungsverluste ausgeschlossen, ist ebenfalls einem Irrtum aufgesessen. Ob ein Währungsrisiko besteht, hängt nicht von der Anlagewährung ab, sondern einzig und allein von den im Fonds enthaltenen Wertpapieren. Wer Währungsverluste generell vermeiden wolle, dürfe nur in Euroland investierende Fonds kaufen oder Fonds, die Engagements in Fremdwährung durchgängig absicherten, raten Experten.

Cost-Average-Effekt Falsch sei auch die Annahme, bei einem Fonds-Sparplan schütze der so genannte Cost-Average-Effekt vor Kursverlusten. Wer regelmäßig einen festen Betrag in einen mit dem Auf und Ab der Börsen schwankenden Aktienfonds einzahlt, kauft bei niedrigen Preisen relativ viele und bei hohen Preisen relativ wenige Anteile. Dieser Cost-Average genannte Effekt sorgt zwar für einen günstigen Durchschnittspreis beim Kauf der einzelnen Anteile. Das bereits früher in diesem Fonds angesammelte Vermögen kann er aber nicht vor Verlusten schützen. Deshalb sollten Anleger drei bis fünf Jahre vor dem geplanten Verkauf der Anteile mit ersten Umschichtungen in weniger schwankungsanfällige Fonds beginnen.

Thema Rating Auch beim Thema Rating gibt es etwas zu beachten - nämlich wenn Anleger glauben, Fonds mit einem guten Rating seien in jedem Fall interessant. Zwar muss ein gutes Rating (vier oder fünf Sterne bzw. A, AA oder AAA) in der Werbung immer häufiger als Kaufargument herhalten. Dies geschieht aber nicht immer zu Recht: Ob ein Fonds in der jeweiligen Kategorie die Top-Note erhält, hängt stark davon ab, wie sich die Vergleichsgruppe zusammensetzt und ob ein bestimmter Anlagestil gerade gefragt ist oder nicht.

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