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Gerhard Gribkowsky

Vermögen Gribkowskys soll eingefroren werden

München/Berlin - Das Millionenvermögen des früheren BayernLB-Vorstands Gerhard Gribkowsky in Österreich soll nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung“ eingefroren werden.

Wie das Blatt am Samstag unter Berufung auf Bankenkreise berichtet, sei ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft München an die österreichischen Behörden auf dem Weg. In Gribkowskys Salzburger “Sonnenschein Privatstiftung“ und den dazugehörigen Firmen liegen etwa 25 Millionen Euro. Das Geld soll der inzwischen inhaftierte Manager im Zusammenhang mit dem Formel-1-Verkauf erhalten haben. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone bestritt, die Zahlungen geleistet zu haben.

Der 52-jährige Gribkowsky war am Mittwoch in Grünwald verhaftet worden, weil er den Erhalt von fünfzig Millionen Dollar verschwiegen hatte, von denen auch der deutsche Fiskus nichts wusste. Das Geld war 2006 und 2007 auf Konten Gribowskys in Österreich gelandet und da der dringende Tatverdacht besteht, dass das Geld aus dem Formel-1- Geschäft stammt, mit dem er als Landesbanker beruflich zu tun hatte, wird gegen ihn nicht nur wegen Verdachts der Steuerhinterziehung, sondern auch wegen Verdachts der Untreue und Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt.

Formel-1-Boss Ecclestone wies alle Spekulationen zurück, dass er hinter den Millionenzahlungen stecken könnte. “Was die deutschen Zeitungen da spekulieren oder der Staatsanwalt vermutet, stimmt nicht. Das ist absoluter Blödsinn“, sagte er der “Bild“-Zeitung (Samstag). Er hätte auch keinen Grund gehabt, Gribkowsky Geld zu zahlen. “Er war doch bei den Verhandlungen auf meiner Seite. Ich brauchte ihn nicht zu überzeugen“, sagte Ecclestone.

Er kenne Gribkowsky als Vorstand der BayernLB und habe ihn danach vielleicht viermal im Jahr gesehen, weil er zusammen mit ihm im Management der Formel-1-Firma Delta Topco gesessen habe, sagte der Formel-1-Chef. “Als Mitglied des Vorstands von Delta Topco hat er nur ein kleines Gehalt bekommen. Das weiß ich, weil ich der Vorstandschef war.“

Ecclestone bestritt, dass er Konten oder Firmen auf Mauritius oder den Jungferninseln unterhalten habe, von wo aus die 50 Millionen Dollar in zwei Tranchen an Gribkowsky geflossen waren. Er kenne weder die Firma First Bridge Holding Ltd. auf Mauritius, noch wisse er etwas über Beraterverträge Gribkowskys, sagte Ecclestone.

Laut “Süddeutscher Zeitung“ passiert es häufig, dass die Strafverfolgungsbehörden gleich zu Beginn des Ermittlungsverfahrens bei verdächtigen Managern die vorhandenen Vermögenswerte beschlagnahmen. Diese sollen für den Fall sichergestellt werden, dass der Verdächtige später rechtskräftig verurteilt wird.

Im Falle einer solchen Verurteilung könne ein Gericht etwa die Villa oder Bankkonten oder Luxuslimousinen für “verfallen“ erklären und dann als Vermögensabschöpfung der Staatskasse zuführen. Damit der mutmaßliche Täter die vermutete Beute nicht noch schnell beiseiteschaffen kann, ordneten Richter zumeist einen “dinglichen Arrest“ an und verhängten Zwangshypotheken oder Pfändungsbeschlüsse, heißt es in dem “SZ“-Bericht.

dpa

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