Vermögen und lukrative Ferienjobs mindern Zuschuss zur Ausbildung

- Bildung soll in Deutschland keine Frage des Geldes sein. Deshalb sorgt der Staat mit umfangreichen Fördermitteln dafür, dass weitgehend Chancengleichheit herrscht. Ob Schüler, Student oder Meisteranwärter, jeder kann - wenn nötig - Bafög für seine Ausbildung beantragen. Allerdings kommt nicht jeder in den Genuss des Staatsgeldes. Das Amt für Ausbildungsförderung prüft, ob der Anspruch berechtigt ist.

<P>Dabei spielen das Einkommen der Eltern, die Zahl der Geschwister und natürlich das eigene Einkommen eine entscheidende Rolle. Wer zu viel verdient oder über Vermögenswerte verfügt, geht leer aus. Nachteile haben auch Ausländer, sie erhalten nur eingeschränkt Fördergelder. Die Höhe des Bafögs richtet sich nach der Ausbildungsart und ist nach Bedürftigkeit gestaffelt. Wichtig: Bafög-Leistungen fließen frühestens vom Beginn des Antragsmonats an. Gratisauskunft erteilt das Bundesministerium für Bildung unter Telefon 08 00/2 23 63 41.</P><P>Geld für Schüler</P><P>Schüler ab der 10. Klasse können bereits Bafög erhalten. Die Unterstützung fließt aber nur, wenn das Kind auswärts, etwa in einem Internat, untergebracht ist. Positiv: Das Schüler-Bafög wird vollständig als Zuschuss gewährt, eine Teilrückzahlung wie bei den anderen Bafög-Arten gibt es nicht. Es gibt auch keine zeitliche Begrenzung. Schüler werden grundsätzlich so lange gefördert, wie sie die Ausbildungsstätte besuchen. Dies gilt auch bei Wiederholen einer Klasse.</P><P>Förderfähig ist der Besuch von Haupt- und Real-schulen, Gymnasien, Berufsfachschulen, Fachoberschulen, Abendschulen und Kollegs. Die maximale Förderhöhe beträgt 481 Euro im Monat, inklusive sämtlicher Zuschläge wie Miet- und Krankenkassenzuschuss, sollte der Schüler nicht mehr bei den Eltern versichert sein.</P><P>Vorsicht bei Nebenjobs: Wer nach Schulschluss im Café´ oder Supermarkt aushilft, darf je nach besuchter Schule nicht mehr als 2755 bis 4330 Euro im Jahr verdienen. Alles, was darüber hinausgeht, wird auf das Bafög angerechnet. Das Gleiche geschieht, wenn der Bafög-Empfänger mehr als 5200 Euro Vermögen besitzt.<BR>Geld für Studenten</P><P>Studierende erhalten Fördermittel, wenn die finanzielle Unterstützung von Eltern oder Ehegatten nicht zum Leben ausreicht. Voraussetzung: Bei Studienbeginn darf der Antragsteller noch keine 30 Jahre alt sein. Studenten-Bafög wird zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderung in monatlichen Raten von 105 Euro.</P><P>Positiv: Es müssen maximal 10 000 Euro zurückgezahlt werden, darüber hinausgehende Darlehensbeträge verfallen. Zudem gibt es für besonders gute Studienleistungen bzw. für die Rückzahlung des Darlehens auf einen Schlag Schuldenerlass. Der monatliche Bafög-Höchstsatz beträgt derzeit 585 Euro. Ihn erhalten zum Beispiel Studenten, bei denen Schwester oder Bruder noch zu Hause wohnt und deren Eltern nicht mehr als 2556 Euro brutto im Monat verdienen. Wirft der Nebenjob mehr als 4330 Euro im Jahr ab, gibt es weniger Bafög. </P><P>Geld für Meister</P><P>Handwerker und andere Fachkräfte, die sich zu Meistern, Technikern, Fachkrankenpflegern oder Programmierern fortbilden möchten, können Meister-Bafög beantragen. Voraussetzungen: abgeschlossene Berufsausbildung und noch kein vergleichbarer oder höherer Abschluss. Positiv: Es besteht weder eine Altersgrenze noch spielt das Einkommen der Eltern eine Rolle.</P><P>Meister-Bafög wird zum Teil als Zuschuss und zum Teil als zinsgünstiges Darlehen gewährt. Teilnehmer an Vollzeitlehrgängen erhalten monatlich bis zu 614 Euro (230 Euro Zuschuss/384 Euro Darlehen), Verheiratete 829 Euro (230 Euro/599 Euro). Für jedes Kind erhöht sich der Darlehensanteil um 179 Euro. Das Darlehen bleibt bis zu sechs Jahren zins- und tilgungsfrei. Danach ist es innerhalb von zehn Jahren mit monatlich mindestens 128 Euro zu tilgen.</P>

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