Vermögenswirksame Leistungen: Wenn der Chef beim Sparen hilft

- Jeder hat schon einmal davon gehört - doch nur wenige nutzen sie: Die Vermögenswirksamen Leistungen (VL), die der Arbeitgeber für seine Angestellten anlegt. Gerade Auszubildende sollten sich angesichts der schwindenden staatlichen Altersvorsorge über diese Anlageform informieren, rät die Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Es gilt, den Chef lieber heute als morgen zu fragen, wie viel er übernimmt.

<P>Eigentlich ist es ganz einfach: Man spart über Jahre (mindestens sieben) kleine Beträge an und kassiert dafür staatliche Prämien. Bedingung ist lediglich, dass der Arbeitgeber den Ansparbetrag auf ein VL-Konto überweist. Je nach Branche und Ausbildungsbetrieb werden bis zu 40 Euro VL zusätzlich zur monatlichen Ausbildungsvergütung gezahlt (480 Euro im Jahr).<BR>Wer weniger bekommt, kann den Differenzbetrag selbst draufzahlen. Selbst wenn der Chef gar kein Geld beisteuert, kann man einen entsprechenden Vertrag besparen, indem man sich eigene Sparbeträge aus dem Lohn auf ein VL-Konto überweisen lässt.</P><P>Zwei Modelle zur Wahl</P><P>Der Staat fördert zwei Ansparmodelle mit einer Prämie, der so genannten Arbeitnehmersparzulage: das Bausparen und das Wertpapiersparen in Aktienfonds. Beide können in Verbindung mit der Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Jahr beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Die Einkommensgrenze für die staatliche Prämie beträgt 17 900 Euro (Alleinstehende) und 35 800 Euro (Verheiratete); maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen.</P><P>Bausparen</P><P>Bausparverträge werden vom Staat mit einer Prämie von 10 Prozent bedacht. Der jährliche Förderhöchstbetrag liegt bei 480 Euro, sodass sich eine maximale Arbeitnehmersparzulage von 48 Euro jährlich erzielen lässt. Laut Vermögensbildungsgesetz muss der Sparplan sieben Jahre lang bespart werden, wenn man die erhaltenen Sparzulagen nicht verlieren möchte.</P><P>Aktienfondssparen</P><P>Das Aktienfondssparen fördert der Staat mit 20 Prozent (neue Bundesländer: 25% bis 2004). Der Förderhöchstbetrag liegt bei 408 Euro, mit denen im Kalenderjahr demzufolge maximal 81,60 Euro Prämie zu erzielen sind. Den Aktienfondssparplan muss man sechs Jahre lang besparen und je nach Abschlussdatum die verbleibenden Monate bis zum Jahresende ruhen lassen, um sich seine Prämien zu sichern.</P><P>Aktienfondssparer profitieren neben den Prämien vom Zinseszinseffekt per Wiederanlage der jährlich anfallenden Erträge und vom Cost-Average-Effekt, bei dem Sparer in Phasen niedriger Kurse automatisch mehr Fondsanteile erwerben und so ihre Rendite verbessern können. Nichtsdestotrotz bergen sie neben Chancen auf Kursgewinne auch das Risiko von Verlusten.</P><P>Der Berater für Altersvorsorge der Verbraucherzentrale Bayern, Merten Larisch, rät dazu, in beide VL-Anlagen zu investieren - auch wenn der Arbeitgeber meist nur zu einer Form "ein bisschen was dazuzahlt". Durchschnittlich üblich seien bei vielen Betrieben 26 Euro im Monat. Doch es gebe auch einige, die gar nichts und andere, die die vollen 40 Euro beisteuern. </P><P>Wer sich nur eine der beiden VL-Anlagen leisten kann, soll nach dem eigenen Gefühl entscheiden, so Larisch. "Ich empfehle durchaus die Fondsvariante." Aber auch das Bausparen sei angesichts der momentanen Zinssituation interessant. "Für den, der es sich leisten kann und der in den betreffenden Einkommensgrenzen liegt, sind beide Varianten eine sinnvolle Basisgeldanlage", so der Fachmann. "Man sollte keine andere Geldanlage anfassen, bevor man in VL investiert. Und zwar möglichst auf beiden Wegen."</P>

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