Verpackungsart entscheidet über Pfandpflicht

- München - Das umstrittene Einweg-Pfand soll künftig auf alle Dosen und fast sämtliche Wegwerf-Flaschen gezahlt werden: Am Mittwoch hat das Bundeskabinett hat eine entsprechende Novelle der Verpackungsverordnung beschlossen. Diese muss jetzt noch den Bundestag und den Bundesrat passieren, in dem Unions-geführte Länder eine Blockade-Mehrheit haben.

<P>Durch die Novelle sollen Regelungen zum umstrittenen Dosenpfand vereinfacht und überschaubarer werden. Trotzdem gibt es einige Sonderregelungen und Ausnahmen. Nachfolgend eine Auflistung der wichtigsten Eckpunkte.<BR>Pfandhöhe bleibt </P><P>Die Höhe des Pfands auf Einweg-Verpackungen ist von der Neuregelung nicht betroffen: Wie bisher liegt es bei 25 Cent. Ist der Inhalt der Einwegverpackung größer als 1,5 Liter, liegt das Pfand bei 50 Cent.<BR>Verpackung maßgebend</P><P>Künftig muss das Pfand auf alle Einweg-Verpackungen gezahlt werden, die als "ökologisch nachteilig" eingestuft werden. Das sind im wesentlichen Dosen und Einwegflaschen aus Plastik oder Glas. Anders als bisher spielt es keine Rolle mehr, ob sie Bier, Mineralwasser, Saft, Erfrischungsgetränke oder "Modedrinks" enthalten. Das Pfand wird abhängig von der Verpackungsart erhoben.<BR> Tetrapak pfandfrei</P><P>Als "umweltfreundlich" gelten Getränkekartons, sog. "Tetrapak", und Schlauchbeutel, zum Beispiel für Milch. Deswegen sind sie pfandfrei. Ein Saft in der Einweg-Glasflasche wird also in Zukunft bepfandet, Orangensaft im Tetrapak aber nicht.<BR>Wein und Sekt </P><P>Komplett ausgenommen vom Einweg-Pfand sind Wein- und Sektflaschen. Auch Schnaps und andere alkoholhaltige Getränke, die in pfandfreien Flaschen verkauft werden, sind weiter von der Pfandregelung nicht betroffen.<BR>Milch</P><P>Die Milch ist weitgehend vom Einweg-Pfand nicht betroffen, weil sie in Deutschland hauptsächlich in umweltfreundlichen Kartonverpackungen und Schlauchbeuteln aus dünnem Plastik verkauft wird. Auf Milch in Plastikflaschen wird dagegen Pfand erhoben. Damit soll ein Vordringen der Plastikflasche auf dem Markt verhindert werden.<BR>Milchprodukte</P><P>Einweg-Verpackungen, die Dickmilch, Buttermilch und Milchmischgetränke enthalten, bleiben pfandfrei.<BR>Generell gilt, dass die Pfandpflicht bei Milcherzeugnissen auf solche Produkte begrenzt wird, deren Milchanteil unter 50 Prozent liegt. Für Säfte und andere Getränke mit geringem Milch- oder Molkeanteil wird das Pfand deshalb fällig. Es sei denn, sie werden im umweltfreundlichen Karton angeboten.<BR>Babynahrung</P><P>Bestimmte diätetische Lebensmittel wie Babynahrung im Glas sind vom Pfand befreit. Auf das Fünf-Liter-Partyfass mit Bier muss dagegen ein Pfand von 50 Cent gezahlt werden.</P>

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