+
McDonald's-Filiale in New York. Der Konzern hat eine Verschlankungskur angekündigt. Foto: Tim Brakemeier

Verschlankungskur soll McDonald's aus der Krise bringen

Die weltgrößte Fast-Food-Kette McDonald's stemmt sich gegen die Krise: Konzernchef Steve Easterbrook hat ein Konzept vorgestellt, das die Trendwende bringen soll. Experten und Anleger zweifeln jedoch.

Oak Brook (dpa) - Der schwächelnde Burger-Riese McDonald's will seine Konzernstruktur deutlich abspecken, um sich aus der Krise zu befreien.

"Die Realität ist, dass unsere Performance zuletzt schlecht gewesen ist - die Zahlen lügen nicht", sagte der seit März amtierende Konzernchef Steve Easterbrook in einer auf der Firmen-Website veröffentlichten Video-Botschaft.

McDonald's kämpft schon seit Monaten mit Kundenschwund. Besonders schmerzhaft sind die schleppenden Geschäfte im US-Heimatmarkt, wo Wettbewerber wie Chipotle Mexican Grill, Burger King oder Wendy's Druck machen.

In dem 23-minütigen Clip geht Easterbrook mit deutlichen Worten auf die Schwächen der weltgrößten Fast-Food-Kette ein - die Konzernstruktur sei schwerfällig und das Angebot zu wenig an den Kunden orientiert. "Ich werde nicht vor der dringenden Notwendigkeit zurückschrecken, dieses Geschäft neu auszurichten."

Sein Plan sieht eine Neuaufteilung der Geschäftseinheiten vor. Künftig soll es vier Sparten geben: Den für etwa 40 Prozent der Erlöse stehenden US-Markt, etablierte Auslandsmärkte wie Deutschland oder Großbritannien, Märkte mit hohem Wachstumspotenzial wie China oder Russland und den Rest der Welt, wo der Konzern noch nicht so stark vertreten ist.

Außerdem will Easterbrook noch deutlich mehr der insgesamt 36 200 Filialen an Franchise-Nehmer verkaufen. Der Anteil der von Partnern geführten Restaurants soll in den nächsten vier Jahren um 3500 von derzeit 81 auf 90 Prozent steigen.

Damit zieht sich der Konzern weiter aus dem operativen Alltagsgeschäft zurück und setzt dafür mehr auf Lizenzgebühren. Die stärkere Einbindung von externen Filialmanagern solle die Bürokratie abbauen und effizientere Entscheidungsprozesse zulassen, sagte Easterbrook.

Die Umbaumaßnahmen sollen die Kosten um etwa 300 Millionen Dollar (269 Mio Euro) pro Jahr senken. Wie sich der Plan konkret auf Arbeitsplätze auswirken werde, sagte Easterbrook nicht.

Anleger reagierten wenig beeindruckt. Die McDonald's-Aktie drehte zwischenzeitlich kurz ins Plus, notierte zuletzt aber schon wieder im roten Bereich. Die meisten Schritte seien so erwartet worden, sagte Experte Mark Kalinowski vom Analysehaus Janney Montgomery Scott. "Es wurde einiges konkretisiert - aber nicht so viel, wie erhofft."

Easterbrook-Message auf McDonald's-Website

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

BER-Chef: Mehrkosten liegen unter einer Milliarde Euro
2020 soll nach vielen Verzögerungen der neuen Hauptstadtflughafen eröffnen - zwei Jahre später als zuletzt geplant. Das birgt weitere Kosten. In Kürze entscheidet sich, …
BER-Chef: Mehrkosten liegen unter einer Milliarde Euro
H&M-Werbung: Anfeindungen auch gegen Familie des Jungen
Die Negativ-Reaktionen nach einer misslungenen H&M-Werbung reißen nicht ab. Auch die Familie des Kinder-Models sieht sich Angriffen ausgesetzt - und muss sich eine neue …
H&M-Werbung: Anfeindungen auch gegen Familie des Jungen
Emirates rettet Zukunft des Airbus A380
Wichtige Order für den Airbus A380: Die Fluggesellschaft Emirates hat insgesamt 36 Maschinen bestellt. Die Zukunft des größten Passagierflugzeugs der Welt ist damit …
Emirates rettet Zukunft des Airbus A380
Herber Rückschlag für Brauwirtschaft: Bierabsatz sank 2017
Berlin (dpa) - Die deutsche Brauwirtschaft hat nach übereinstimmenden Branchenschätzungen 2017 weniger Bier verkauft und damit nicht an die drei relativ stabilen Jahre …
Herber Rückschlag für Brauwirtschaft: Bierabsatz sank 2017

Kommentare