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Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen hatte für die Arbeitnehmer keine guten Nachrichten.

Eon-Boss Teyssen macht Arbeitnehmern Angst

Düsseldorf/Essen - Eon will bis zu 11 000 Stellen abbauen. Am Donnerstag informierte Vorstandschef Johannes Teyssen die Mitarbeiter in Düsseldorf und Essen in Belegschaftsversammlungen über die Pläne.

An der Eon-Ruhrgas-Zentrale in Essen sind viele Rollläden halb dicht. Das dient zwar vor allem dazu, die Sonne, die am Donnerstag ausnahmsweise einmal scheint, fernzuhalten. Aber es passt auch symbolisch ins Bild: Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist düster. Und die Bereitschaft, Journalisten Auskunft zu geben, ist gering. “Hier hat jeder Angst. Ich möchte nicht darüber sprechen“, sagt ein Essener Eon-Angestellter im Vorbeigehen. In Düsseldorf vor der Konzern-Zentrale sieht es ähnlich aus: “Kein Kommentar“, lautet die häufigste Äußerung. Zu groß ist die Sorge, in der jetzigen Situation das Falsche zu sagen und der erste zu sein, der gehen muss.

Einen Tag nachdem Eon-Chef Johannes Teyssen die Pläne für den Abbau von 11 000 Arbeitsplätzen verkündet hat, ist die Unsicherheit der Belegschaft an den Standorten in Essen und Düsseldorf spürbar. Um die Mittagszeit laufen kleine Gruppen tuschelnd aus den Gebäuden. Die Frage, die immer wieder zu hören ist: “Welche Leute gehen weg?“

Offizielle Auskünfte gibt es nicht - weder vom Unternehmen, noch vom Betriebsrat oder den Gewerkschaftsvertretern. Doch hinter vorgehaltener Hand kritisieren Beschäftigte die “Panikreaktion“ der Geschäftsführung. “11 000 Leute rauszuwerfen - ohne ein konkretes Personalkonzept - das schafft doch nur Angst und Konfusion“, sagt ein Arbeitnehmervertreter.

Unruhe gibt es nicht nur bei den Mitarbeitern: Eine Schließung der Ruhrgas-Zentrale würde die Stadt Essen hart treffen. “Managementfehler dürfen nicht über Arbeitsplatzabbau und Schließungen auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Thomas Kufen.

Vor gerade einem Jahr hatte Ruhrgas eine rund 200 Millionen Euro teure neue Zentrale neben der Messe bezogen. Das damals verlassene alte Ruhrgas-Gebäude in guter Innenstadtlage steht immer noch leer. Wenn Ruhrgas jetzt geht, hätte die Stadt zwei riesige leerstehende Konzernzentralen.

Die Betriebsversammlung in Essen verlief in angespannter Stimmung. Teyssen sei zwar moderat im Ton, aber hart in der Sache aufgetreten, hieß es danach aus Teilnehmerkreisen. Er habe einmal mehr betont, dass er für Essen und die Eon-Zentrale in Düsseldorf betriebsbedingte Kündigungen vermeiden wolle, aber nicht ausschließen könne. Beide Standorte sind von der Jobgarantie bis Ende 2012 ausgenommen, die für den Konzernteil Eon Energie gilt.

Damit wäre in Essen und Düsseldorf auch “harter Jobabbau“ ohne Vorruhestand und großzügige Abfindungen möglich. Doch aggressiver Protest formiert sich noch nicht, weil schlicht die Fakten fehlen. Teyssen blieb in Düsseldorf wie in Essen im Allgemeinen und versuchte, die anstehenden Entscheidungen zu rechtfertigen. Am Ende applaudierten gar einige und zeigten Verständnis, erzählt ein 37 Jahre alter Projektmanager nach der Sitzung in Düsseldorf.

Doppelungen in der Verwaltungsstruktur seien nicht von der Hand zu weisen. “Man hat sich in der Vergangenheit schon gefragt, warum hat man das nicht schon früher angepackt“, sagt der Mann, obwohl er glaubt, dass auch der Standort Düsseldorf nicht verschont bleiben werde.

dpa

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