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Vor dem Gesetz eine grundsätzliche Gefahr: Haustiere. Hundebesitzer sollten daher eine spezielle Haftpflicht-Police abschließen. Wer mehrere Hunde besitzt, muss für jeden einzeln eine Versicherung haben.

Versicherungen

Welche Policen man wirklich braucht

München - Schutz muss sein. Vor allem Berufseinsteiger sollten sich umfassend über notwendige Versicherungen informieren – auch wenn es lästig ist. Lesen Sie, welche Policen man wirklich braucht.

Lehre fertig oder Studium absolviert: Mit den angenehmen neuen Freiheiten nach der Ausbildung kommen auf Berufseinsteiger auch neue Pflichten zu. Die Familienmitversicherung greift mit dem ersten eigenen Job zum Beispiel nicht mehr – junge Erwachsene müssen ihre eigenen Policen abschließen.

Einige Versicherungen kommen dabei quasi „automatisch“ auf alle zu, sobald sie Arbeitnehmer werden – das sind die gesetzlichen Sozialversicherungen. Die Grundversorgung besteht aus der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Die Beiträge für diesen Schutz werden je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt. Bei der gesetzlichen Unfallversicherung trägt der Unternehmer die Kosten für seine Mitarbeiter. Vielfach sollten sich Versicherte aber nicht auf den gesetzlichen Schutz allein verlassen. Privater Zusatzschutz ist dann sinnvoll. Und häufig gibt es gar keine andere Möglichkeit.

Fatale Haftpflicht

Wer anderen einen Schaden zufügt – an seiner Person oder seinem Eigentum –, muss dafür haften. Dafür gibt es keinen gesetzlichen Schutz. Eine private Haftpflichtpolice muss her, denn ein Missgeschick oder ein Unfall kann schnell ins Geld gehen und sogar die eigene finanzielle Existenz bedrohen. „Wenn man einen anderen aus Versehen schädigt, kann das einem selbst die Zukunft verbauen“, warnt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Daher ist die private Haftpflichtversicherung unbedingt nötig, um diese Risiken abzusichern. „Senken lassen sich die Beiträge durch Single-Policen für Alleinstehende und Selbstbeteiligungen“, fügt Hajo Köster vom Bund der Versicherten hinzu.

Hunde-Haftpflicht

Wer einen Hund besitzt, sollte seine Haftpflicht-Police in jedem Fall erweitern. Kommt es zu einem Personen- oder Sachschaden, haftet der Besitzer unabhängig davon, wie er sich in der jeweiligen Situation verhalten hat. Das ergibt sich aus Paragraf 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches, erläutert Hajo Köster vom Bund der Versicherten. „Die Frage der Haftung ist demnach unabhängig davon, ob das Herrchen etwas falsch gemacht hat oder nicht – das nennt man Gefährdungshaftung.“ Denn vor dem Gesetz stellt ein Haustier grundsätzlich eine Gefahr dar.

Über die Privathaftpflicht des Halters sind die Vierbeiner nach Worten des Experten nicht automatisch abgesichert, wie es bei Katzen und anderen Kleintieren der Fall ist. Aber die Police lässt sich um einen Schutz für den Hund erweitern. Die Experten raten allerdings, das nicht ohne Recherche zu tun. Die jährlichen Prämien für die Police fallen von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aus. Daher ist eine Extra-Police bei einem anderen Versicherer möglicherweise viel billiger als ein Zusatz zur schon bestehenden Haftpflicht.

„Die Preise reichen von 50, 60 Euro bis zu 200 oder 250 Euro pro Jahr“, sagt Udo Kopernik. Manche Versicherer verlangen höhere Beiträge für Vertreter jener Hunderassen, denen von Gesetzes wegen ein größeres Gefährdungspotenzial unterstellt wird.

Besitzer mehrerer Vierbeiner sollten nach Worten von Hajo Köster allerdings eines beachten: „Es muss für jeden Hund eine Police abgeschlossen werden.“

Wertvoller Hausrat

„Das alte Bett oder ein günstiges Regal muss ich nicht versichern. Ein paar wertvolle Dinge hat aber schließlich jeder“, sagt Rüter de Escobar. Sie empfiehlt, eine Hausratversicherung abzuschließen, sobald sich einige teure Güter wie eine Digitalkamera, ein Flachbildfernseher, eine Stereoanlage oder ein Laptop in der Wohnung befinden. „Wenn sich Werte angesammelt haben, die man bei einem Totalverlust – durch Einbruch, Feuer oder Leitungswasserschaden – nicht so einfach ersetzen kann“, dann ist das der richtige Moment für eine Hausratpolice, sagt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die jährlich zu zahlende Prämie hängt vom Wert des Hausrats, der Wohnungsgröße und der Lage ab.

Berufsunfähigkeit

„Ohne Berufsunfähigkeitsversicherung würde ich nicht auf die Straße gehen“, sagt Weidenbach. Auch andere Experten sehen in der Berufsunfähigkeitsversicherung eine der wichtigsten Versicherungen für junge Leute überhaupt. Da die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht ausreicht, um den Lebensstandard zu halten, sei eine private Police sehr zu empfehlen – unabhängig vom Beruf und unabhängig davon, ob jemand angestellt ist oder selbstständig arbeitet.

„Die Berufsunfähigkeit sollte man unbedingt so früh wie möglich absichern, da sich die Prämie unter anderem am Alter und dem Gesundheitszustand bemisst“, rät Regina Weihrauch, unabhängige Versicherungsmaklerin aus Göttingen. Und jeder sollte unbedingt darauf achten, dass der Versicherungsschutz bis zum Ende des Berufslebens andauert.

Folgenreicher Unfall

Vor den finanziellen Folgen eines Unfalls, der nicht am Arbeitsplatz oder auf dem Arbeitsweg passiert, schützt auch die private Unfallversicherung mit einer Kapitalleistung oder einer Rente. „Wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, braucht man nicht unbedingt eine Unfallversicherung. Wer jedoch beispielsweise durch Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, sollte auf die Unfallversicherung zurückgreifen“, sagt Weihrauch.

Weitere Policen

Für Autobesitzer ist die Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Auch die freiwillige Kaskoversicherung ist sinnvoll. Bei älteren Fahrzeugen reicht eine Teilkasko, bei Neuwagen sollte es eine umfassendere Vollkaskoversicherung sein. Wer eine Familie gründet, sollte den Experten zufolge eine Risikolebensversicherung abschließen. Sie versorgt im Todesfall die Hinterbliebenen.

Mehr Informationen

Einen Bedarfsermittler gibt es unter www.bundderversicherten.de/bedarfsrechner.

Von Nadine Hantke und Florian Oertel

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