DBA verspricht Nachschub bei Billig-Tickets

- München - Die Fluggesellschaft DBA hat hunderttausende Ticket-Gutscheine in den Filialen der Billig-Supermarktkette Aldi verkauft. Eine halbe Stunde nach Ladenöffnung gestern früh um acht Uhr sollen die ersten Verkaufsstellen bereits leergeräumt worden sein. Die DBA verspricht nun Tickets aus weniger frequentierten Filialen umzuschichten und eine Reserve nachzuschießen.

Für 49,99 Euro erlauben die Coupons einen Einzelstrecken-Flug innerhalb Deutschlands oder zu verschiedenen europäischen Zielen wie Rom, Florenz oder Nizza. 565 000 Coupons verteilte Aldi Süd gestern auf seine 1600 Filialen. Die Läden in Oberbayern seien dabei besonders gut weggekommen, sagte DBA-Sprecher Matthias Andreesen. Zahlen wollte er nicht nennen. Aber es dürften gut doppelt so viele gewesen sein wie in anderen Landesteilen, in denen im Schnitt zwischen 340 und 400 Gutscheine ausgegeben wurden.

Der Andrang war laut Andreesen enorm. Am Frankfurter Ring in München seien die Coupons nach einer halben Stunde verkauft gewesen. Vor einer Filiale in Wolfratshausen warteten 100 Interessenten auf Flug-Gutscheine. Pro Käufer wurden bis zu acht Coupons ausgegeben. Zwischen acht und neun Uhr morgens seien auch schon 4000 der Scheine im Internet eingelöst und entsprechende Flüge gebucht worden. Die Favoriten unter den Reisezielen waren Hamburg, Berlin und Südeuropa.

Wer gestern nicht zum Zug kam, braucht laut Andreesen nicht zu verzagen. Zum einen würden die Coupons, die in manchen Filialen liegen geblieben sind, umgeschichtet. Außerdem habe die DBA "eine weitere Reserve", die sie bei Bedarf auf den Markt wirft.

Bei der Filiale in Langengeisling (Landkreis Erding) trudelte um kurz nach sieben der erste Schnäppchenjäger ein. Alois Gerbl wollte nicht noch einmal so enttäuscht werden wie vor einigen Monaten, als bei Lidl Bahn-Tickets vertickt wurden. "Damals war ich um halb acht da und habe als Nummer 40 nichts mehr bekommen", erzählt der 33-jährige Sozialpädagoge. Diesmal stehen seine Chancen ungleich besser, denn eine Viertelstunde später hat sich erst eine weitere Kundin dazugesellt.

Gegen halb acht kommt der Nächste. Der ist ein echter Fachmann in Sachen Schnäppchen, war sogar damals erfolgreich, als Lidl Taucheranzüge anbot und ganze vier Exemplare auf Lager hatte. Er ist für seine Kinder unterwegs. "Die wollen nach Thessaloniki", erzählt der Mann, "ich besorge die Gutscheine, buchen müssen sie aber selbst."

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