Verteilung der Sparlast bei Airbus - Deutsche kämpfen um ihre Jobs

Befürchtungen: - München/Hamburg -­ Die Airbus-Beschäftigten in Deutschland fürchten, dass sie bei den anstehenden Sparmaßnahmen im Konzern schlechter wegkommen werden als ihre Kollegen in Frankreich oder Spanien. Tausende demonstrierten deswegen am Freitag unterstützt von Politikern für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Nach Gewerkschaftsangaben steht knapp die Hälfte der 23 000 Jobs auf der Kippe.

An vier der sieben deutschen Standorte des Flugzeugbauers fanden Protestaktionen statt; die größte davon an der deutschen Airbus-Zentrale in Hamburg. Dort sagte Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen: "Wir haben begründete Befürchtungen, dass die Restrukturierung bei Airbus zu massiven Arbeitsplatzverlusten und Benachteiligungen von deutschen Standorten und ihren Beschäftigten führen wird."

Unterstützt wurden die 12 000 Airbus-Beschäftigten in der Hansestadt bei ihren Protesten von Regierungschef Ole von Beust. Es gehe nun darum, "kämpferisch, aber auch behutsam" die deutschen Interessen zu vertreten, sagte er. Die Opfer müssten gleichgewichtig zwischen den einzelnen Beteiligten an der Airbus-Produktion verteilt werden. Die Werke in Deutschland dürften auf keinen Fall den Anschluss verlieren.

Ähnlich äußerte sich der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff: "Eine Stärkung Frankreichs, Spaniens oder Englands zu Lasten Norddeutschlands ist mit uns nicht zu machen", sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung in Varel, wo Airbus rund 1600 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir wollen genügend Arbeitspakete behalten, unsere Kompetenzen ausbauen." Er wende sich gegen eine Unternehmenspolitik, die sich allein am Unternehmenswert orientiere, so Wulff.

Mitarbeiter von Airbus und Politiker fürchten, dass die Führung des multinationalen Unternehmens im Rahmen des Effizienzprogramms "Super8" andere Standorte -­ vor allem in Frankreich ­- schont, während Deutschland besonders belastet wird; pro Jahr sollen zwei Milliarden Euro eingespart werden. Angefeuert wurde dieser Verdacht durch einen Bericht der Zeitung "Die Welt", wonach die deutschen Schlüsseltechnologien nach Toulouse umgesiedelt werden sollen.

Zwar verkündet das Airbus-Management Details des Sparkurses erst am 20. Februar. Seit Tagen gehen aber schon Gerüchte über einen massiven Stellenabbau und die Schließung ganzer Werke des Flugzeugherstellers um, der wegen der Verzögerungen beim Riesenflieger A380 angeschlagen ist. Laut Betriebsrat sind bis zu 8000 der 23 000 Arbeitsplätze bei Airbus Deutschland gefährdet. Die IG Metall spricht sogar von 10 000 gefährdeten Jobs.

Parallel zum Protesttag der Airbus-Beschäftigten in Deutschland mobilisierten die französischen Gewerkschaften gegen einen drohenden Arbeitsplatzabbau. In Petitionen fordern sie ein Eingreifen des Staates als Aktionär für die Arbeitsplätze.

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