EU verteuert Neuwagen um 1300 Euro

Brüssel - Hiobsbotschaft für Autokäufer aus Brüssel: Wegen höherer Klimaschutz-Auflagen der EU werden Neuwagen in Europa ab dem Jahr 2012 deutlich teurer. Die EU-Kommission schlug gestern Auflagen vor, die laut ihren Berechnungen den Preis eines Autos um durchschnittlich 1300 Euro in die Höhe treiben werden.

EU-Experten wiesen allerdings darauf hin, dass der höhere Anschaffungspreis durch geringere Ausgaben für Treibstoff ausgeglichen würden. Auf die Lebenszeit eines Autos gerechnet, ließen sich durch den Minderverbrauch etwa 2700 Euro sparen.

 Dennoch kritisierte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) den Richtlinienvorschlag als "Wettbewerbskrieg gegen die deutschen Autohersteller".

Die Kommission will den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer verringern, wobei durch Motorentechnik ein Durchschnittswert von 130 Gramm erreicht werden soll. Bei der Berechnung der Grenzwerte für die einzelnen Auto-Hersteller wurde die durchschnittliche Größe ihrer Fahrzeuge berücksichtigt. Für BMW und Daimler liegen die Grenzwerte also höher als etwa für Fiat.

Hersteller, die den Durchschnittswert für ihre Fahrzeugflotte verfehlen, müssen Strafen zahlen: Im Jahr 2012 müssen für jedes Gramm oberhalb des jeweiligen Grenzwertes 20 Euro entrichtet werden, multipliziert mit der Zahl der insgesamt verkauften Fahrzeuge. Derzeit liegt der CO2-Ausstoß der Neuwagen in der EU im Schnitt bei 160 Gramm. Die Grenzwerte für den Kohlendioxid-Ausstoß von Autos sollen dazu beitragen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um ein Fünftel zu reduzieren.

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