+
EU-Flagge mit Euro-Zeichen vor dem Parlament in Athen. Ohne konkretes Ergebnis sind Vertreter der internationalen Geldgeber wieder aus Griechenland abgereist. Foto: Fotis Plegas

Geldgeber-Vertreter verlassen Athen ohne Ergebnis

Reformen gegen neue Milliardenhilfen: So lautet der Deal bei der Rettung Griechenlands vor der Pleite. Nach dem Willen der Geldgeber soll die laufende Überprüfung des Hilfsprogramms so bald wie möglich abgeschlossen werden.

Athen/Brüssel (dpa) - Vertreter der internationalen Geldgeber haben die Prüfung der Fortschritte der griechischen Reformbemühungen vorerst ohne konkretes Ergebnis beendet. Im Mittelpunkt der Gespräche standen unter anderem weitere Kürzungen der Renten, Steuerthemen sowie geplante Privatisierungen.

"Sie werden nach Ostern wieder zurückkehren", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums in Athen am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Es habe erhebliche Unstimmigkeiten gegeben, berichtete die griechische Presse.

Die EU-Kommission in Brüssel gab eine ganz andere Einschätzung ab. "Es gab deutliche Fortschritte bei der Einkommensteuerreform", berichtete eine Sprecherin der Behörde. Zu wichtigen Aspekten der besonders umstrittenen Rentenreform seien Geldgeber und griechische Regierung ebenfalls erheblich weiter gekommen.

Die Überprüfung des Hilfsprogramms laufe weiter. Die führenden Geldgeber-Vertreter sollten am 2. April nach Athen zurückkehren, um die Gespräche so bald wie möglich abzuschließen, so die Sprecherin. Ein konkreter Termin dafür blieb offen.

Es handelt sich bereits um das dritte Hilfsprogramm für Griechenland, das sich bereits seit 2010 nur noch mit internationalen Finanzhilfen über Wasser halten kann. Das jüngste Programm war im Sommer 2015 vereinbart worden und hat einen Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro. Falls Athen Reformanforderungen unerfüllt lässt, wird es keine weiteren Hilfsgelder geben, es könnte dann bis zum Sommer erneut die Zahlungsunfähigkeit drohen.

Die griechische Regierung kann erst mit weiteren Milliardenhilfen aus dem Hilfsprogramm rechnen, wenn sich beide Seiten auf alle Maßnahmen verständigt haben, mit denen die Finanzen des fast bankrotten Landes stabilisiert werden sollen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heute schon Weidemilch gekauft? Dieses Urteil sollten Sie kennen
Milch darf als "Weidemilch" beworben werden, auch wenn die dafür gemolkenen Kühe nicht mehr als 120 Tage jährlich auf der Weide stehen. Das entschied …
Heute schon Weidemilch gekauft? Dieses Urteil sollten Sie kennen
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Zweifel an der Reformfähigkeit, sinkende Devisenreserven und vor allem das Schuldenrisiko: Die Ratingexperten von Moody's nennen viele Gründe, warum sie Chinas Bonität …
Moody's stuft China erstmals seit 1989 ab
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die …
Gabriel: China wird gefürchtete E-Auto-Quote entschärfen
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995
Wiesbaden (dpa) - Die Niedrigzinsen und der Immobilienboom bescheren der Bauindustrie weiter prall gefüllte Auftragsbücher. Im März wuchs das Ordervolumen im …
Bauindustrie verzeichnet stärkstes Neugeschäft seit 1995

Kommentare