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Nord Stream 1 läuft wieder - Verwirrung um tatsächliche Gas-Liefermenge

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Der Endpunkt der Pipeline Nord Stream 1 unweit von Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern)
Der Endpunkt der Pipeline Nord Stream 1 unweit von Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern). © IMAGO

Über die Pipeline Nord Stream 1 läuft ab Donnerstagmorgen wieder Gas nach Deutschland. Über die genaue Menge kursieren widersprüchliche Angaben.

Lubmin/Bonn - Nach Aussage des Präsidenten der Bundesnetzagentur liegt die für Donnerstag angekündigte Gas-Liefermenge über die Pipeline Nord Stream 1 weiterhin unter der Menge vor der Wartung. Die angekündigte Menge sei bei etwa 530 Gigawattstunden pro Tag geblieben, twitterte Behörden-Chef Klaus Müller am Donnerstagmorgen. Das entspreche in etwa einer 30-prozentigen Auslastung. Ein Sprecher der Nord Stream AG hatte von angekündigten Mengen auf dem Niveau von vor der Wartung gesprochen, als die Auslastung bei etwa 40 Prozent lag.

Einer Auslastung wie vor der Wartung entsprächen auch die auf der Website der Nord Stream AG veröffentlichten Daten zu angekündigten Liefermengen. Eine Sprecherin der Bundesnetzagentur konnte den Widerspruch zunächst nicht aufklären, sagte aber, dass die Behörde weiterhin von einer etwa 30-prozentigen Auslastung ausgehe.

In seinem Tweet von Donnerstagmorgen wies Müller außerdem darauf hin, dass die Ankündigungen hinsichtlich der Liefermengen - die sogenannten Nominierungen - für die jeweils folgenden zwei Stunden verbindlich seien und auch Veränderungen im Laufe des Tages sehr ungewöhnlich wären.

Nach der zehntägigen Wartung von Nord Stream 1 ist am Donnerstagmorgen der Hochlauf der Gaslieferung durch die deutsch-russische Gaspipeline gestartet. Es fließe wieder Gas, sagte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Dabei handele es sich aber noch nicht um die volle Lieferleistung. Bis diese erreicht sei, werde es einige Zeit dauern.

Gazprom sagt mehr Gas-Lieferungen an Italien zu

Mailand - Gazprom hat eine Erhöhung der täglichen Gas-Lieferung an Italien zugesagt. Der russische Energie-Konzern wolle am Donnerstag ungefähr 36 Millionen Kubikmeter Gas liefern, teilte Italiens teilstaatlicher Energieversorger Eni mit. In den vergangenen Tagen lieferte Gazprom Eni zufolge geschätzt 21 Millionen Kubikmeter Gas. Das in Mailand ansässige Unternehmen wolle weitere Informationen bereitstellen, sollte es «bedeutende Veränderungen» geben.

Italien war vor dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine stark abhängig von Moskaus Gas. Knapp 40 Prozent der Importe kamen aus Russland. Wegen des Konflikts entschied die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi, von Putins Gas unabhängig werden zu wollen, und schloss seitdem mit anderen Ländern neue Lieferverträge. Jüngst sagte Algerien zu, mehr Gas zu liefern. Der italienischen Regierung zufolge werde das nordafrikanische Land damit zum wichtigsten Gas-Partner Italiens. (dpa)

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