Verzicht der Manager richtiges Signal

- Stuttgart - Unbeeindruckt von einem möglichen Gehaltverzichts des Daimler-Chrysler-Vorstands hat der Betriebsrat im Arbeitskostenkonflikt seine Kampfbereitschaft unterstrichen. Sollte es in dieser Woche keine Einigung geben, werde der Protest gegen das 500-Millionen-Euro-Sparpaket am Freitag in allen deutschen Werken "mit voller Härte" fortgesetzt, sagte Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm.

<P>Das Topmanagement bekräftigte vor der möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde, einen eigenen Beitrag leisten zu wollen. Einen Gehaltsverzicht bis zu 10 Prozent, wie am Wochenende in Medien berichtet worden war, bestätigte das Unternehmen aber nicht. Bundesregierung und Verbände werteten das Angebot als ein richtiges Signal.<BR><BR>Ein Konzernsprecher sagte, der Vorstand sei zu einem Gehaltsverzicht bereit, wenn es eine Gesamtlösung mit dem Betriebsrat gebe. Er nannte aber keine konkrete Summe. Der Daimler-Chrysler-Vorstand hatte 2003 insgesamt 40,8 Millionen Euro verdient. Davon entfielen 13,4 Millionen Euro auf fixe und 27,4 Millionen Euro auf erfolgsbezogene Vergütungskomponenten. Aktienoptionen waren nicht enthalten.<BR><BR>Der Autokonzern will beim Bau der neuen C-Klasse ab 2007 jährlich 500 Millionen Euro Kosten einsparen und hat mit dem Abbau von 6000 der über 30 000 Arbeitsplätze im Mercedes-Hauptwerk Sindelfingen gedroht. Der Konzern verlangt vom Betriebsrat die Abschaffung von baden-württembergischen Sonderregelungen wie fünf Minuten Pause pro Arbeitsstunde ("Steinkühler-Pause"), Spätschichtzuschläge schon von 12 Uhr an sowie Kürzungen bei Urlaubs- und Feiertagen. Andernfalls werde die C-Klasse-Produktion nach Bremen und Südafrika verlagert. Der Gesamtbetriebsrat hat bislang den Verzicht auf Lohnzuwächse von mehr als 200 Millionen Euro angeboten.<BR><BR>Klemm, der das Verzichtsangebot des Vorstands am Wochenende als "lächerlich" bezeichnet hatte, erneuerte seine grundsätzliche Kompromissbereitschaft. "Wir verhandeln mit dem ernsthaften Willen zur Einigung. Dies bedeutet aber nicht, dass wir uns über den Tisch ziehen lassen", sagte er.<BR><BR>Wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, sollen beide Seiten einer Einigung sehr nahe sein. Konsens soll es bei der Einführung der 40-Stunden-Woche für rund 20 000 Beschäftigte in Forschung und Entwicklung bei Mehrbezahlung geben. <BR></P>

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