Viacom erobert das deutsche Musikfernsehen

- Frankfurt/Köln - Der US-amerikanische Medienreise Viacom übernimmt die Mehrheit am Kölner Musiksender und TV-Produzenten Viva Media. Damit erwirbt der Konzern, dem bereits der Kanal MTV gehört, nicht nur dessen ärgsten Konkurrenten Viva. Der US-Konzern sichert sich auch den Zugriff auf eine der erfolgreichsten deutschen TV-Produktionsgesellschaften, die Viva-Tochter Brainpool. Sie produziert unter anderem "TV-Total" und die Harald-Schmidt-Nachfolgesendung "Anke Late Night".

<P>Viacoms Co-President Tom Freston sagte: "Der Erwerb von VIVA Media ist ein bedeutender strategischer Vorstoß, der unsere Position in Deutschland nachhaltig ausbaut." Die Bundesrepublik sei als größter TV-Werbemarkt ein Schlüsselfaktor für die Wachstumspläne des Konzerns in Europa. Durch den Neuerwerb verfügt Viacom künftig über vier Fernsehkanäle in Deutschland: MTV, MTV2 Pop, Viva und Viva Plus.<BR><BR>Insgesamt will sich Viacom die Viva-Übernahme rund 310 Millionen Euro kosten lassen. In einem ersten Schritt sicherte sich der Konzern in einer Vereinbarung mit Aktionären wie Time Warner oder Universal Music bereits 75,8 Prozent der Aktien. Gleichzeitig kündigte er ein Übernahmeangebot für die restlichen Papiere zum Stückpreis von 12,65 Euro an.<BR><BR>Der Kauf gilt allerdings als nicht unproblematisch. Da der Konzern schon MTV kontrolliert, würde er nach der Viva-Übernahme den deutschen Musikfernsehmarkt fast konkurrenzlos beherrschen. "Die zentrale Frage wird sein, wie man den relevanten Markt abgrenzt", hieß es beim Bundeskartellamt. Bis zum Donnerstagmittag war die Übernahme noch nicht angemeldet. Der Vizepräsident von MTV Europe, Simon Guild, erwartet aber nicht, dass die Kartellbehörde Viacom einen Knüppel zwischen die Beine schmeißt: "Da befürchten wir nichts."<BR></P>

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