Die Video-Zukunft: Den "Tatort" um 20.23 Uhr starten lassen

- München - In deutschen Wohnzimmern steht eine technische Frischzellenkur bevor. Dem analogen VHS-Video hat die letzte Stunde geschlagen, prophezeien Experten. Was in Zukunft das Fernsehzimmer regieren wird, ist derzeit auf der Computermesse Cebit zu sehen: Digitale DVD- und Festplattenrekorder.

<P>Dem kleinen schwarzen Kasten sieht man kaum an, was in ihm steckt. Seine 240 Gigabyte Festplatte nämlich bietet Platz genug, um bis zu 300 Stunden Fernsehsendungen zu archivieren. Ist der von der Münchner Firma Fast entwickelte TVS SE 300-N mit dem Fernseh-Gerät verkabelt, funktioniert das Aufnehmen von Spielfilmen oder Serien kinderleicht: Auf dem Bildschirm zeigt eine kostenlose, elektronische Programmzeitschrift ähnlich dem Videotext alle Sendungen an. Was gefällt, wird per Knopfdruck mit der Fernbedienung ausgewählt und automatisch in Digital-Qualität aufgezeichnet. Wird es auf der Festplatte einmal eng, lassen sich einzelne Aufnahmen über eine Schnittstelle mit externen DVD- oder CD-Brennern verbinden und auf Silberlinge auslagern. Damit wird jeglicher Bandsalat aus der Fernsehstube der Zukunft verbannt.<BR><BR>Das ist aber nicht der einzige Pluspunkt des etwa 1800 Euro teuren Festplattenrekorders. Das wirklich komfortable: Er erlaubt zeitversetztes Fernsehen. Dazu gehört zum einen das so genannte "Time Slip", das es den Besitzern erlaubt, eine Sendung von Anfang an zu sehen, noch während die Aufnahme läuft. Verpasst man beispielsweise den Beginn des "Tatort" um fünf Minuten, kann man den Fernseh-Kommissaren von Beginn an beim Ermitteln zusehen - ohne bis zum Ende des Krimis warten zu müssen.<BR><BR>Ähnlich praktisch ist "Time Shift": Das laufende Programm lässt sich jederzeit anhalten und dann zeitversetzt weiter verfolgen. Drückt also die Blase an der spannendsten Stelle, muss man nicht auf die nächste Werbepause warten: Mit einer Taste lässt sich das Bild einfrieren. Erleichtert geht der Fernsehabend später eben an dieser Stelle weiter. Apropos Werbung: Die lässt sich bei aufgenommenen Sendungen überspringen.<BR><BR>Ähnliche Geräte wie den TVS bringen nun alle größeren Hersteller wie Philips, Panasonic, oder JVC auf den Markt. Dabei handelt es sich allerdings meist um Kombigeräte, das heißt, neben der Festplatte ist auch ein DVD-Rekorder integriert. Teilweise leisten sie wie das Activity Media Center von Fujitsu-Siemens noch weitere Dienste: Mit ihm kann man beispielsweise über den Fernseher E-Mails verschicken oder aus einer Internet-Videothek Filme ordern.<BR><BR>Die Gerätepreise hängen im wesentlichen von der Festplatten-Kapazität ab, die zwischen 60 und 250 Gigabyte schwankt. So kostet der DMR-E85H von Panasonic mit 80 Gigabyte 900 Euro. Mit 1200 Euro liegt der DV-HR350S von Sharp in der preislichen Mitte. Die Super-Technik dürfte aber auch für kleinere Geldbeutel erschwinglich werden. Marktforscher schätzen, dass die Preise noch im Laufe dieses Jahres deutlich sinken.<BR><BR></P>

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