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Für die Krankenversicherung müssen gesetzlich Versicherte 2011 deutlich höhere Beiträge zahlen. Die niedrigere Beitragsbemessungsgrenze bringt wenig Entlastung.

So viel Sozialbeiträge zahlen Sie 2011

Gute Nachricht für Beitragszahler: Erstmals seit 1949 sinkt die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung. Bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung bleiben die Grenzen stabil. Wie sich die Änderungen auf den Geldbeutel auswirken, zeigt unsere Übersicht.

Es war ein festes Ritual: Im Herbst verkündete die Regierung die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung. Für die Verbraucher bedeutete dies: Obwohl der Beitragssatz konstant blieb, mussten sie mehr bezahlen. Erstmals seit Jahrzehnten wird nun dieses „Naturgesetz“ durchbrochen. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden jedes Jahr überprüft. Die Anpassung orientiert sich an der Lohnentwicklung. Die Rechengrößen für 2011 wurden von der Bundesregierung noch nicht verabschiedet – die Zustimmung gilt jedoch als sicher.

Die Änderungen im Detail:

Kranken- und Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung sinkt von 45 000 Euro im Jahr auf 44 500 Euro. Das entspricht monatlich 3712,50 Euro statt 3750 Euro. Das heißt: Wer 3750 Euro im Monat verdient, zahlte bisher 296,25 Euro für die Krankenversicherung. 2011 sind es rein rechnerisch drei Euro weniger.

Allerdings steigt im nächsten Jahr der bundesweit einheitliche Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent – wovon die Arbeitnehmer 8,2 Prozent und die Arbeitgeber 7,3 Prozent tragen (entsprechend ist die Aufteilung bei Rentenbeziehern zu Lasten der Rentner). Der Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent für die Krankenversicherten ist unverändert geblieben.

Daraus ergeben sich höhere Krankenversicherungs-Höchstbeiträge, die wegen der gesunkenen Bemessungsgrenze nur ein wenig humaner ausfallen. Sie betragen 2011 statt 558,75 Euro dann 575,44 Euro im Monat. Davon tragen die Arbeitnehmer 304,42 Euro und die Arbeitgeber (Rententräger) 271,02 Euro.

Der Wechsel in die private Krankenversicherung wird erleichtert: Die Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung beträgt nur noch 49 500 Euro statt 49 950 Euro. Das ergibt Monatsbeträge von 4125 Euro statt 4162,50 Euro. Zugleich wird die dreijährige Wartezeit für einen Wechsel auf ein Jahr verkürzt.

Arbeitslosenversicherung

Noch eine Steigerung: Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung steigt 2011 von 2,8 Prozent auf 3 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze bleibt in den alten Bundesländern unverändert bei 66 000 Euro im Jahr (5500 Euro im Monat). Die neuen Hö"chstbeiträge betragen statt 154 Euro dann 165 Euro monatlich, die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen.

Minijobber und Geringverdiener

Die Minijob-Grenze beträgt unverändert 400 Euro monatlich. Ebenso wird die Geringverdiener-Grenze (bedeutsam für Auszubildende) von 325 Euro monatlich nicht angehoben. Bei Ausbildungsvergütungen bis zu diesem Satz trägt der Arbeitgeber die Beiträge allein. Unverändert 400 Euro beträgt im nächsten Jahr auch die Hinzuverdienstgrenze für vorzeitige Erwerbsminderungs- beziehungsweise Altersrentner.

Zweimal pro Jahr kann das Doppelte dieses Grenzwertes verdient werden. Unverändert bleibt auch die Einkommensgrenze, bis zu der Ehegatten und Kinder kostenfrei mitversichert sein können: Sie beträgt 365 Euro monatlich, für Minijobber 400 Euro.

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