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Nicht nur wegen des Weltmeistertitels schauen die Klubs der Bundesliga mit Zuversicht auf die am Wochenende auch in der 1. Liga beginnende Saison.

Sprudelnde Geldquellen

So viel verdienen die Bundesliga-Vereine

München - Nicht nur wegen des Weltmeistertitels schauen die Klubs der Bundesliga mit Zuversicht auf die am Wochenende auch in der 1. Liga beginnende Saison.

„Der deutsche Profifußball wird nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht ein immer attraktiveres Spielfeld“, sagt Christine Unterhitzenberger, Managerin bei der Unternehmensberatung Ernst&Young und Autorin der elften Auflage der Studie „Bälle, Tore und Finanzen“.

Die Klubs wirtschafteten immer solider, agierten immer professioneller und erschlössen sich so neue Einnahmequellen. Dabei könnten, so ein Ergebnis der jüngsten Umfrage unter 51 Vereinen der 1., 2. und 3. Liga, Finanzinvestoren künftig eine wichtigere Rolle spielen. Allerdings hält ein Drittel der Manager deren Einfluss auch für schädlich. Über 90 Prozent bezeichnen die aktuelle wirtschaftliche Lage als gut, rund drei Viertel rechnen in der laufenden Saison und auch in den nächsten fünf Jahren mit steigenden Einnahmen.

Dabei schreiben immer mehr Klubs schwarze Zahlen. Der am Mittwoch vorgelegten Studie zufolge erwirtschaften mittlerweile 65 Prozent der Erst- und Zweit-Liga-Vereine einen Gewinn. Vor einem Jahr waren es nur 39 Prozent. Allerdings steht nach wie vor bei einem Drittel der Klubs ein Minus in der Bilanz.

Nach Angaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL) haben die 18 Erstliga-Vereine in der Saison 2012/13 einen Rekord-Umsatz von knapp 2,2 Milliarden Euro verbucht – mit Bayern München (433 Millionen), Borussia Dortmund (305 Millionen) und Schalke 04 (207 Millionen) an der Spitze.

Der Nettogewinn aller Klubs belief sich auf 62,6 Millionen Euro. In der 2. Liga wurden 400 Millionen Euro umgesetzt. Haupteinnahmequelle in der 1. Liga waren Fernseh- und Medienrechte (620 Millionen), vor Werbung (579 Millionen) und Ticket-Verkäufen (469 Millionen). Fanartikel brachten 120 Millionen, Verkäufe von Spielern 155 Millionen Euro.

Zwei Drittel der Bundesliga-Manager erwarten auch in der Spielzeit 2014/15 steigende Umsätze, im Schnitt um gut drei Prozent. Nur ein Zehntel rechnet mit Einbußen. Die Ausgaben sollen bei einem Plus von etwa drei Prozent schwächer zulegen. „Dies“, so Studien-Autorin Unterhitzenberger, „ist ein weiteres Indiz für das solide Gebaren der Profiklubs“.

Wichtigste Einnahmequelle bleiben die Medienrechte, glauben knapp zwei Drittel der Manager. Tatsächlich werden die Fernsehsender in der beginnenden Saison für die 1. und 2. Liga laut Ernst&Young etwa 57 Millionen Euro mehr und damit knapp 710 Millionen Euro auf den Tisch legen. Auch der Verkauf von Trikots, Schals und anderer Fanartikel sollte mehr Geld in die Kassen spülen, während die Einnahmen aus Tickets und Spielerverkäufen nach Ansicht der Manager eher stagnieren.

Der Gewinn der Weltmeisterschaft wird der Bundesliga einen weiteren Schub geben, ist Unterhitzenberger überzeugt. „Der Triumph in Brasilien hat gezeigt, dass der deutsche Profifußball derzeit weltweit Maßstäbe setzt. Damit steigt die Attraktivität und die Vermarktbarkeit der deutschen Klubs gerade im Ausland.“

Die Manager sind auch deshalb überzeugt, dass internationale Finanzinvestoren verstärkt Interesse an der Bundesliga haben. 44 Prozent rechnen mit einer wachsenden Bedeutung, fast 30 Prozent halten ein größeres Engagement von Finanzinvestoren zur Zukunftssicherung der Klubs sogar für erforderlich. Knapp 30 Prozent sehen allerdings in einem stärkeren Einfluss solcher Geldgeber eine Gefahr, beurteilen ihn als schädlich.

von Rolf Obertreis

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