Viele Erdgas-Versorger messen mangelhaft

- München - Zahlen Millionen deutsche Haushalte zuviel fürs Gas? Diesen Vorwurf erhebt jedenfalls der Bund der Energieverbraucher gegenüber den deutschen Gasversorgern. Er beruft sich dabei auf eine Untersuchung der Eichämter, die 80 der rund 800 Versorger in Deutschland unter die Lupe nahmen und bei 42,7 Prozent Mängel in der Abrechnung entdeckten.

Anders als bei festen oder flüssigen Brennstoffen sind beim Gas weitere Faktoren zu berücksichtigen: Druck und Temperatur, die Höhe des Zählers über dem Meeresspiegel und auch noch der (schwankende) Brennwert des jeweils gelieferten Gases. Nach einem komplizierten Verfahren wird aus diesen Daten und dem Volumen die gelieferte Energie - wie auch beim Strom - in Kilowattstunden berechnet. In vielen Fällen ist das mangelhaft, wie die Überprüfung durch Eichämter ergab.

Ob die Fehler sich aber zu Lasten des Kunden oder zu seinen Gunsten auswirken, ist damit noch nicht gesagt. Der Bund der Energieverbraucher geht jedenfalls davon aus, dass von den 7,2 Millionen Haushalten - statistisch - die Hälfte, also 3,6 Millionen zu viel fürs Gas bezahlt. Er empfiehlt deshalb, die Versorger dazu aufzufordern, den Gasverbrauch pro Kilowattstunden genau in der Rechnung anzugeben. So lasse sich der Missbrauch leichter feststellen.

Die größten Versorger in Oberbayern - die Stadtwerke München und Erdgas Südbayern - weisen die Vorwürfe zurück. Die Zähler entsprechen den gesetzlichen Vorschriften, heißt es bei den Stadtwerken. Erdgas Südbayern, das Unternehmen, das große Teile Oberbayerns außerhalb Münchens versorgt, verweist auf die jüngste Überprüfung durch das Eichamt. Diese habe bestätigt, dass die Abrechnungen der ESB korrekt und fehlerfrei erstellt werden. Außerdem weise das Unternehmen in seinen Rechnungen auch die Kilowattstunden, den Preis pro Kilowattstunde und den Brennwert aus.

Der städtische Energieversorger macht es sich dagegen leichter mit der Ermittlung der von ihm gelieferten Leistung: Er misst in geeichten Zählern das Volumen und rechnet daraus sowie aus angenommenen Durchschnittswerten von Temperatur und Luftdruck und einem durchschnittlichen Brennwert die vom Kunden verbrauchten Kilowattstunden.

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