Viele "Ich-AGs" geben bereits auf

- Wiesbaden - Immer mehr Kleinbetriebe in Deutschland geben auf. In den ersten neun Monaten schlossen rund 311 000 Klein- oder Nebenerwerbsbetriebe. Das waren 8,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Außerdem gaben 101 000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Substanz (plus 2,6 Prozent) auf. Die Gründungen von Kleinbetrieben gingen um 4,5 Prozent auf rund 442 000 weiter zurück. Im vergangenen Jahr war es bei Gründungen derartiger Betriebe, zu denen auch die so genannten Ich-AGs zählen, noch zu einem Anstieg um 25 Prozent gekommen.

Von diesen Ich-AGs konnten sich aber offenbar viele nicht am Markt behaupten oder die Betriebsgründer fanden ein Beschäftigungsverhältnis, wie ein Sprecher des Bundesamtes erläuterte. Die Zahl der Gründungen von Betrieben, die auf Grund ihrer Rechtsform oder Beschäftigtenzahl eine größere wirtschaftliche Bedeutung erwarten lassen, lag dagegen mit fast 131 000 nur geringfügig niedriger (minus 0,5 Prozent) als im Vorjahr. Zu diesen Betrieben zählen laut Bundesamt beispielsweise die Unternehmensformen OHG, KG, GmbH, AG sowie Kaufleute, die im Handelsregister eingetragen sind und mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigen, und Voll-Handwerker.

Die Zahl der Neugründungen von Kleinbetrieben wird laut Bundesamt bis Jahresende voraussichtlich bei 590 000 liegen, die der Neugründungen von größeren Betrieben bei 174 000. Dass unterm Strich die Zahl der Gewerbeanmeldungen stets die der Abmeldungen übertreffe, sei keineswegs auf einen Gründungsboom zurückzuführen, sondern auf Erfassungsprobleme.

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