Viele Ideen verstauben in der Schublade

- München - Innovationen haben Tradition in Deutschland. Bahnbrechendes wie das Auto und der Computer, aber auch scheinbar Banales wie die Thermoskanne wurden hier erfunden - und noch immer spielt die Bundesrepublik in den weltweiten Patentstatistiken vorne mit. Allerdings gibt es einen Haken: Gerade kleine und mittelständische Unternehmen hierzulande tun sich zunehmend schwer, ihre eigenen Ideen auch umzusetzen.

"Wir haben keine schlechten Forscher", sagt Walter Gans vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. "Das Problem ist, die Gedanken auch auf die Straße zu bringen." Denn oft fehlt es den Firmen am nötigen Kapital, die hohen Entwicklungskosten vorzuschießen. Zudem mangelt es nach Aussagen von Experten des Europäischen Patentamts in München an Möglichkeiten, die Erfindungen publik zu machen, um sie an Partner heranzutragen.Um derartige Probleme aus der deutschen Erfinderlandschaft zu schaffen, hatten sich schon im Januar 2004 über 200 Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen zur Initiative "Partner für Innovation" zusamengeschlossen. Gute Ideen schneller in marktfähige Produkte umzuwandeln und den Innovationsprozess zu beschleunigen, so lauteten die Ziele des von der Bundesregierung geförderten Zusammenschlusses. Das sollte das Wirtschaftswachstum in der Wissensgesellschaft fördern.Beteiligte der Initiative haben nun ein positives Zwischenfazit gezogen. "Der große Unterschied zu ähnlichen Initiativen ist der interdisziplinäre Austausch", sagt Dirk Siegel von IBM Deutschland. So arbeitet sein Unternehmen in einem Arbeitskreis für Dienstleistungen sowohl mit Firmen verschiedener Branchen als auch mit Universitäten zusammen. Dabei sprachen die Partner nicht nur über Innovationen, sondern fabrizierten auch welche.Mit dem Hermes-Versand, Ericsson und Daimler-Chrysler erarbeitete IBM beispielsweise ein Konzept für die Paketzustellung nach Kundenwunsch. Ein Pilotversuch in München verlief nach Angaben von Siegel erfolgreich; die Zahl der Fehlfahrten ging um die Hälfte zurück. In einem anderem Projekt mit Siemens, der Sporthochschule Köln und der Fraunhofer-Gesellschaft wurde an neuen Formen der digitalen Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen gefeilt.Vorgesehen ist, dass die Innovations-Initiative noch bis 2006 läuft. Allerdings gibt es bereits Pläne, das Projekt dauerhaft - eventuell als Stiftung - am Leben zu halten.

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