Viele Jugendliche finden keine Arbeit

- München/Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im vergangenen Monat mit 4,36 Millionen den höchsten Juli-Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Obwohl die derzeit 84 400 Teilnehmer an Trainingsmaßnahmen seit Jahresanfang nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden, lag die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung im Juli um 6700 über dem Vorjahreswert, berichtete die Bundesagentur für Arbeit. Der Anstieg um 126 500 im Vergleich zum Juni ist zugleich der höchste seit 1997. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 10,5 Prozent.

<P>Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte, die anhaltende Erholung der Konjunktur habe sich noch nicht auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. So nahm die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im Juli um 11 000 auf 4,386 Millionen zu. Der Anstieg sei jedoch nicht mehr so stark wie in den ersten vier Monaten, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Noch immer würden Stellen abgebaut. </P><P>Als Gründe für den unerwartet hohen Anstieg in diesem Juli nannte der BA-Vize die hohe Zahl von Jugendlichen, die nach dem Ende ihrer Ausbildung noch keine Stelle gefunden hätten.</P><P>Auch der Arbeitsmarkt in Bayern hat sich im Juli nicht entspannt. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit berichtete, stieg die Zahl der Erwerbslosen auf Grund der Sommerflaute um 9900 auf 421 800. Das waren 3900 weniger als vor einem Jahr. "Das Fehlen einer beschäftigungswirksamen Konjunkturbelebung steht einer deutlichen Reduzierung der Arbeitslosenzahlen nach wie vor entgegen", fasste der Leiter der Regionaldirektion, Wolfgang Breunig, zusammen.</P><P>Dabei sei der Arbeitsmarkt in Bayern von starken Bewegungen gekennzeichnet. So resultiere die Arbeitslosenzahl nicht aus einer noch immer leicht gestiegenen Anzahl an Jobsuchenden, betonte Breunig. Sie sei vielmehr das Ergebnis einer großen Fluktuation am Arbeitsmarkt. Im Juli hätten sich 84 500 Menschen neu arbeitslos gemeldet, gleichzeitig aber 74 600 Menschen wieder aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet. Davon nahmen 31 200 Menschen wieder eine Erwerbstätigkeit auf.</P><P>Die Arbeitslosenquote erhöhte sich binnen Monatsfrist um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent. Schlusslicht war einmal mehr der Agenturbezirk Hof mit 10,4 Prozent, Spitzenreiter blieb Freising mit 3,9 Prozent. In Oberbayern waren 112 912 Menschen ohne Arbeit. Damit stieg die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent im Juni und 5,3 Prozent im Vorjahresmonat auf nunmehr 5,5 Prozent.</P><P>Als problematisch bezeichnete Breunig die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. So hatten Ende Juli im Freistaat noch 31 000 Schulabgänger keinen Ausbildungsplatz. Das sind 4200 mehr als vor einem Jahr. </P>

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