Für Vielfahrer lohnt sich eine Police

München - Wer viel Zeit hinter dem Steuer seines Autos verbringt, sollte über den Abschluss einer Rechtsschutzpolice nachdenken. Sie verhindert zwar den Ärger nach einem Unfall oder Autokauf nicht. Dafür geht ein Rechtstreit nicht so sehr ins Geld.

Für die breite Masse der Verbraucher zählt eine Rechtsschutzversicherung eher zu den verzichtbaren Policen. Doch unabhängige Fachleute sind sich einig, dass ein spezieller Verkehrsrechtsschutz für jeden sinnvoll ist, der privat oder von Berufs wegen viel Zeit hinterm Steuer verbringen muss. "Auf der Straße passiert schnell mal was und besonders bei Ärger im Ausland zahlt sich eine Police aus", urteilt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins "Finanztest".

Gerade wenn es jenseits der deutschen Landesgrenzen gekracht hat und eine Schadenersatzforderung durchgesetzt werden soll, geht das nach den Angaben der Berliner Verbraucherschützer kaum ohne Hilfe eines Anwalts. Nötig werden könnten zudem noch Übersetzungsleistungen oder Einsatz eines Anwalts am Urlaubsort. Unversicherte Fahrer zahlen hier selber. Vom Unfallgegner bekommen sie das Geld in der Regel nur erstattet, wenn sie sich mit ihren Forderungen durchsetzen.

Wer rechtsschutzversichert ist, muss nicht in Vorleistung treten. Dann zahlt die Versicherung ­ auch wenn der Versicherte am Ende nicht Recht bekommt. Sie kommt für Anwalts- und Gerichtskosten auf und zahlt ebenfalls, wenn ein Gutachter notwendig ist, etwa um die Beweislage im Streit um eine Geschwindigkeitsmessung zu verbessern. In welchen Streitfragen die Police Schutz bietet, ist in dem Kasten aufgeführt. Wichtig ist: Die Versicherung springt nicht ein, wenn jemand vorsätzlich eine Straftat begeht.

Verkehrsrechtsschutz gibt es im Paket mit anderen Rechtsschutzarten oder einzeln in mehreren Varianten:

-Fahrzeugversicherung: Der Schutz ist an ein Auto geknüpft. Jeder, der damit fährt, hat einen Rechtsschutz. Der Versicherungsnehmer selbst ist darüber hinaus auch versichert, wenn er anderweitig im Verkehr unterwegs ist.

-Fahrerrechtsschutz: Nur der Versicherungsnehmer ist geschützt, solange er nicht im eigenen Fahrzeug unterwegs ist. Diese Police ist geeignet für berufliche Fahrer mit Dienstwagen.

-Familienschutzversicherung: Zusätzlich zum Fahrzeugschutz sind hier die Familienmitglieder des Versicherungsnehmers geschützt, etwa wenn sie in einem Mietwagen fahren. Geschützt sind auch die Kinder, die beim Versicherungsnehmer wohnen und noch keinen Verdienst haben.

Wer aufs Geld schaut, sollte bei seiner Police einen Selbstbehalt (meist 150 Euro) vereinbaren. "Es sollten nur Prozesse um größere Summen versichert werden", rät etwa der Bund der Versicherten auf seiner Webseite. Kleinigkeiten wie Streitereien über ein Bußgeld zahlt der Versicherte dann aber selbst.

Genau hinsehen sollten Verbraucher bei der Wahl eines Versicherers aber nicht nur auf den Preis, sondern auch auf das Kleingedruckte. Denn die Anbieter gestalten die Konditionen häufig unterschiedlich; einige decken etwa Fahrten im Ausland nicht ab. Orientierung kann die Tabelle bieten, in der von der Stiftung Warentest empfohlene Verkehrsrechtsschutz-Versicherungen (günstiger Preis und faire Bedingungen) aufgelistet sind

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