Vier Ringe jagen den weiß-blauen Propeller

- München -­ Audi schließt weiter zu BMW auf. Der Absatz der Ingolstädter Autobauer ist in diesem Jahr deutlich stärker gewachsen als der des Münchner Erzrivalen. So verkaufte Audi zwischen Januar und November um 8,7 Prozent mehr Autos als im Vorjahr, während BMW lediglich um 2,8 Prozent zulegte.

Zwar ist der Abstand gemessen in absoluten Zahlen nach wie vor groß. Die VW-Tochter wird dieses Jahr rund 900 000 Fahrzeuge ausliefern, BMW über 1,3 Millionen. Doch Audi sieht sich auf gutem Weg, sein langfristiges Ziel zu erreichen: Bis 2015 sollen die vier Ringe das Markenzeichen des führenden Premium-Herstellers sein und nicht mehr der weißblaue Propeller von BMW.

Audi macht seit längerem glänzende Geschäfte. Im vergangenen Jahrzehnt stellte das Unternehmen einen Auslieferungsrekord nach dem anderen auf; und auch 2006 wird das Vorjahr wohl übertroffen werden, wie Vertriebschef Ralph Weyler sagt. Technische Innovationen wie der Vierrad-Antrieb in Kombination mit schnittigem Design (Audi TT) brachten diesen Erfolg und ließen die einstige Mittelklasse-Marke in die Riege der Top-Klasse vorfahren. In einer Befragung zur Kundenzufriedenheit schnitt Audi zuletzt besser ab als BMW und Mercedes. Auch in manchen Ländern wie China sind die Ingolstädter erfolgreicher als die Konkurrenz.

Bei BMW gibt man sich dennoch betont gelassen. "Audi ist eine ganz andere Liga", heißt es in der Firmenzentrale. Dabei wird auf den großen Vorsprung bei den Absatzzahlen verwiesen und darauf, dass auch BMW am Jahresende so viele Autos verkauft haben wird, wie nie zuvor. Den schwächelnden Absatz in der zweiten Jahreshälfte begründet das Management mit dem Modellzyklus: Mit dem 3er-Coupé, dem Mini und dem Geländewagen X5 kamen im Herbst gleich drei Neuauflagen populärer Modelle auf den Markt. In der Regel halten sich im Vorfeld die Käufer zurück, weil sie lieber die aktuellste Version eines Wagens kaufen wollen. Im Fall des Mini kam hinzu, dass das Werk in Oxford erweitert werden musste, was die Produktion ausbremste.

Zwar gibt es noch keine offizielle Absatzprognose für das kommende Jahr. Doch BMW hofft, getrieben durch die Neuheiten, auf ein weiteres Rekordjahr. Allerdings sieht sich auch Audi in weiterhin guter Position: Mit dem Roadster TT, dem R8 und dem A5 Coupé wird die Palette ebenfalls aufgefrischt. Damit bleibt das Rennen der bayerischen Autobauer spannend.

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