Vioxx: Deutsche Opfer hoffen

- Berlin - Nach einem Urteil gegen den US-Pharmakonzern Merck & Co. hoffen auch in Deutschland Opfer des Arthritis- und Schmerzmedikamentes Vioxx oder deren Hinterbliebene auf eine Entschädigung. "Das Urteil hat auch für alle deutschen Vioxx-Patienten Signalwirkung", sagte der Rechtsanwalt Andreas Schulz. Er hat bereits knapp 800 Fälle zur Klage vorbereitet.

Im ersten Vioxx-Prozess war Merck & Co. am Freitag zu einer Gesamtstrafe von 253,4 Millionen Dollar (209 Millionen Euro) verurteilt worden. Die Gerichts-Jury in Angleton (Texas) gab dem Konzern die Mitschuld am Tod eines 59-jährigen Texaners, der 2001 nach achtmonatiger Einnahme des Medikamentes gestorben war. Merck soll nicht ausreichend über Gefahren aufgeklärt haben. Mit der deutschen Merck KGaA in Darmstadt ist Merck & Co. nicht verbunden.

Patientenanwalt Schulz kündigte an, dass bereits kommende Woche mehrere dutzend Klagen aus Deutschland bei US-Gerichten eingereicht würden. Zu den insgesamt 772 Fällen, die Schulz vertritt, gehören auch 81 Fälle, bei denen Vioxx-Patienten an Herzinfarkten oder Schlaganfällen gestorben sind.

"Wir werden zur Not jeden einzelnen Fall in den USA vor Gericht bringen", sagte Schulz. Er hofft aber immer noch auf eine außergerichtliche Einigung. Die Zahl der Vioxx-Fälle in Deutschland wird auf mindestens 7000 geschätzt.

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