Vioxx: Erste deutsche Strafanzeige gestellt

- Berlin/München - In Deutschland ist die erste Strafanzeige im Zusammenhang mit dem Medikament Vioxx gestellt worden. Der amerikanische Pharmakonzern Merck hatte das Schmerzmittel kürzlich wegen schwerwiegender Nebenwirkungen vom Markt genommen. Die Angehörigen eines verstorbenen Berliners haben den Hersteller nun wegen fahrlässiger Tötung bei der Staatsanwaltschaft in München angezeigt, wie der Anwalt Andreas Schultz berichtet.

<P>Die Ermittler sollten herausfinden, ob Merck Informationen über gravierende Nebenwirkungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte zurückgehalten hat. Der Strafantrag könnte der Beginn einer Welle von Verfahren sein. Der Berliner Anwalt Schultz prüft neben dieser ersten Klage 40 bis 50 Todesfälle, die möglicherweise auf die Einnahme von Vioxx zurückgehen könnten. </P><P>Merck hatte das Medikament vom Markt genommen, weil nach eigener Darstellung eine neue Langzeitstudie ergeben hatte, dass Schlaganfälle und Herzinfarkte bei einer Vioxx-Einnahme von mehr als 18 Monaten erheblich zunahmen. Nach Hochrechnungen von Experten könnte es auch in Deutschland 2700 solche Fälle gegeben haben.</P>

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