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Virtuelle Schnäppchenjagd

- Köln/Berlin - Der Name ist Programm: "guenstiger.de", "geizhals.de" oder "preissuchmaschine.de" heißen die Datenbanken im Internet, die für ein Produkt den günstigsten Preis bei einem Versandhändler ermitteln. "Wir sorgen für Markttransparenz", sagt Jörg Heidjann, Gründer und Geschäftsführer von "getprice.de" in Köln. Die Suchmaschine war ursprünglich auf Medienprodukte wie CDs, DVDs und Bücher spezialisiert, hat inzwischen das Angebot aber auf Computerprodukte und Unterhaltungselektronik erweitert. "Bei uns kann man fünf Millionen Produkte und Preise auf dem deutschen Markt abfragen", sagt Heidjann.

<P>Der virtuelle Preisvergleich ist denkbar einfach. Auf den Webseiten der Datenbanken wird nach einem Produkt gesucht, in einer Liste werden die günstigsten Preise dann tabellarisch aufgeführt. "Wir sortieren nach Produktpreis, Versandkosten und Gesamtpreis", erklärt Heidjann. Damit habe der Kunde die Übersicht, wie viel er für einen Artikel bezahlen muss. Von der Ergebnistabelle führen zwei Links den Kaufwilligen weiter - es gibt einen so genannten Shoplink, von dem aus der Nutzer zu den Seiten des Anbieters kommt, und einen Produktlink, auf dem er weiteres über den Artikel erfährt.</P><P><BR>Verbraucherschützer und die Stiftung Warentest haben die Datenbanken unter die Lupe genommen und einhellig für gut befunden. "Preisdatenbanken sind der Kompass für einen erfolgreichen Internet-Einkauf", sagt Falk Mokow von der Stiftung Warentest in Berlin. "Im Idealfall finden sie für das gewünschte Produkt den günstigsten Preis." Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf sieht die Preisdatenbanken positiv: Sie blieben mit ihren Niedrigst-Angeboten durchschnittlich 30 Prozent unter der Empfehlung des Herstellers, berichten die Verbraucherschützer.</P><P><BR>Verbraucher sollten aber ein besonderes Augenmerk auf die Versandkosten richten. "Bei den Preisdatenbanken herrscht fast durchgängig die Unsitte, die Kosten für den Versand nicht in den Preis einzurechnen", sagt Mokow. Bei einem extrem niedrigen Preis könne sich aber durchaus auch die Bestellung bei weiter entfernt liegenden Anbietern lohnen, so die nordrhein-westfälische Verbraucherzentrale.</P><P><BR>Die Tester empfehlen zudem, immer in mehreren Datenbanken zu recherchieren, bevor die Entscheidung für ein Produkt und einen Shop fällt. "Bei vielen Produkten haben wir festgestellt, dass die Angebotspreise innerhalb kurzer Zeit sehr stark variieren - niemand kann vorhersagen, ob ein Angebot wenige Stunden später noch gültig ist", gibt Mokow zu bedenken. Daher haben einige Datenbanken ein so genanntes Preis-Chart eingerichtet, dass die Preisschwankungen der letzten Monate nachzeichnet. Zudem rät Mokow, niemals ohne eine eigene Preisvorstellung auf die Suche gehen.</P><P><BR>Auch zwischen den verschiedenen Datenbanken können die Preise unterschiedlich sein, denn die Suchmaschinen finanzieren sich auf verschiedene Weise. Bei einigen Seiten zahlen die Händler dafür, dass ihre Produkte in den Schnäppchentabellen vorkommen. Daher mahnt Verbraucherschützer Mokow zur Vorsicht: "Man bekommt nie alle Produkte, sondern immer nur ein eingeschränktes Spektrum aufgezeigt."</P><P> </P><P><BR>Unabhängig von Händlerprovisionen geht "guenstiger.de" an den Start. "Wir finanzieren uns nicht über Provisionen, daher können wir uns frei bewegen und sehen, dass wir den allergünstigsten Preis bieten", sagt Geschäftsführer Philipp Hartmann. Nicht nur die Webseiten werden abgesucht, auch im Offline-Handel schauen die Redakteure nach den besten Angeboten. Außerdem verfährt "guenstiger.de" anders als die Konkurrenten nach der Einpreisstrategie: Statt einer langen Liste der Platzierten wird als Suchergebnis nur ein Preis angezeigt. Das verschärfe den Wettbewerb für die Anbieter.</P><P><BR>Am häufigsten gesucht werden nach Auskunft der Datenbankbetreiber Digitalkameras, gefolgt von DVD-Playern und Handys. "Eigentlich lauter Produkte, die man recht einfach kaufen kann und die nicht besonders beratungsintensiv sind", sagt Heidjann von "getprice.de". Insgesamt macht nach dem Urteil der Verbraucherschützer die klare Strukturierung der Seiten ihren Erfolg aus: "Großes Angebot, einfache Bedienung, gute Ergebnisse - das sind die Trümpfe", sagt Mokow.</P><P><BR>Zudem bieten die Seiten unterschiedliche Zusatzinformationen und Service für die User: So kann man sich bei "geizkragen.de" durch Testberichte aus Fachzeitschriften über die Vor- und Nachteile der Produkte informieren. "Guenstiger.de" bietet den so genannten Preis-Alarm, bei dem Kunden ein Limit mit dem Preis bestimmen, den sie für einen Artikel zu zahlen bereit sind. Ist bei einem Händler dieser Niedrigpreis erreicht, bekommt der User eine E-Mail, in der er darauf aufmerksam gemacht wird.  </P><P> </P>

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