Virtueller Daten-Umzug mit Tücken

München - Endlich steht der frisch gekaufte PC auf dem Tisch. Doch bevor der stolze Besitzer seinen überholten Computer aufs Altenteil schickt, sollte er einige wichtige Dinge erledigen. Das neue System zu erkunden und wichtige Daten vom alten auf den neuen Rechner zu transferieren, kann seine Tücken haben.

System vorinstalliert

Der Start ins Leben mit dem neuen Computer ist meist schnell möglich. Nahezu bei allen Systemen sind das Betriebssystem und diverse andere Programme vorinstalliert. Theoretisch muss man den Rechner nur einschalten und kann loslegen. Wer sämtliche Software lieber selbst auf sein System aufspielen will - genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten - sollte vor dem Löschen der neuen Festplatte prüfen, ob alle benötigten Programme und Treiber für Komponenten wie die Grafikkarte auf CD oder DVD beiliegen. Einige Hersteller sind dazu übergegangen, diesen Service nicht mehr zu bieten. Sie legen diese dringend benötigten Dateien auf der Festplatte des Gerätes ab. Wer den Speicher komplett löscht, hat ein Problem, das Gerät beim Konfigurieren in Eigenregie zum Laufen zu bekommen. Außerdem gilt gerade bei Laptops zu beachten, dass man spezielle Gerätetreiber benötigt. Meist findet man diese auf der Webseite des Herstellers.

Ex-Rechner einsatzbereit halten

Es empfiehlt sich, den alten Computer zumindest noch ein paar Tage parallel einsatzbereit zu halten. Denn der neue Rechner ist zwar besser, aber eben auch anders. Laien, die nicht auf Anhieb mit allen neuen Funktionen zurechtkommen, kann das einen dicken Strich durch die Computerarbeit machen. Und wenn dringend ein Online-Zugang benötigt wird, um E-Mails abzurufen, und das neue Gerät nicht so funktioniert wie gewünscht, ist guter Rat teuer. Dann hilft es, auf den früheren Rechner zurückgreifen zu können.

Und bevor der alte Computer ausgemustert wird, ist kritisch zu prüfen, ob sämtliche alten Zusatzgeräte auch mit dem neuen elektronischen Rechenknecht funktionieren. Ist der Drucker zu alt, arbeitet er vielleicht mit dem neuen System nicht. Dasselbe gilt für den eventuell vorhandenen Scanner. Wer das gleich prüft, erspart sich Ärger: Denn was, wenn man erst einen Monat nach der Neuanschaffung den ersten - aber wichtigen - Brief ausdrucken will und bemerkt, dass das nicht funktioniert?

E-Mail-Adressen mitnehmen

Vor dem Umzug gilt es auch, wichtige E-Mail-Kontakte zu sichern. Programme wie "Outlook" gestatten es prinzipiell, Adressbücher zu speichern und später zu übertragen. Per USB-Stick geht das am besten. Manchmal sind die Versionen von altem und neuem Gerät jedoch nicht kompatibel, in diesem Fall muss man in den sauren Apfel beißen und die Kontakte per Hand in das neue System übertragen.

Persönliche Daten extern sichern

Bevor man endgültig den Stecker des alten Rechners zieht, gilt es, sämtliche persönlichen Daten auf einem eigenen Datenträger zu sichern. Dafür bieten sich externe Festplatten mit USB-Anschluss an, die es in allen Größen gibt. Für 500 Gigabyte zahlt man nicht einmal mehr 100 Euro. Diese lassen sich zur Daten-Übertragung unkompliziert an den PC anschließen. Wer das tut, sollte vorher genau überlegen, welche Daten wichtig sind, sich am besten eine Liste (Bilder, Textdokumente, Musik . . .) schreiben und danach sorgfältig alles sichern.

Bei kleineren Datenmengen reicht auch ein Memory-Stick zum Zwischenlagern, der vergleichsweise günstig zu bekommen ist. Speicherriegel mit 4 GB gibt es schon für 20 Euro. Wer mit der Computertechnik vertrauter ist, kann auch den alten und den neuen Rechner per LAN-Kabel miteinander verbinden und die Daten direkt auf die Festplatte des neuen Gerätes übertragen.

Wechsel von Windows zu Apple

Manchmal ist die Verwendung alter Dokumente auf dem neuen Rechner jedoch nicht möglich, weil sie nicht kompatibel sind. Vor allem trifft das zu, wenn der Benutzer nicht nur den Computer, sondern auch das Betriebssystem wechselt. Etwa, wenn ein Nutzer von einem Windows-basierten PC auf einen Apple-Computer umsteigt. Gerade Text-Dokumente sind auf einem anderen Betriebssystem oft nicht mehr verwendbar. Um die Office-Dokumente lesen und bearbeiten zu können, heißt es bei Apple, muss erst Microsoft Office für Mac OS X installiert werden. Mit Bildern, Filmen oder Musik-Dateien gibt es in der Regel keine Probleme, diese können von allen Systemen wiedergegeben werden.

Altrechner korrekt und sicher entsorgen

Ist alles zur Zufriedenheit des Nutzers erledigt, kann über die weitergehende Nutzung des alten Rechners nachgedacht werden. Wer das Gerät weitergibt und nicht will, dass seine Daten anderen in die Hände fallen, sollte die Festplatte am besten ausbauen und behalten. Denn ein einfaches Formatieren des Speichers reicht nicht, die Daten wirklich zu löschen. In diesem Fall können sie mit bestimmten Programmen wieder sichtbar gemacht werden. Spezielle Software wie "O&O SafeErase" (ca. 15 Euro) verhindern das: Mit ihnen gelöschte Festplatten lassen sich auch an Fremde weitergeben.

Ist das Gerät zu alt zum Verkauf oder zum Verschenken, muss man mit ihm den letzten Gang zum Wertstoffhof antreten - zur fachkundigen Entsorgung. Denn im Hausmüll haben ausrangierte Elektrogeräte nichts verloren.

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