VL-Sparen über Umweg auch mit ausländischen Fonds möglich

- Wer auf die vermögenswirksamen Leistungen (VL) vom Arbeitgeber verzichtet, verschenkt leicht hunderte von Euro. Ob und wie viel VL ein Arbeitnehmer erhält, steht meist im Tarifvertrag. Die Personalstelle oder der Betriebsrat Ihres Unternehmens informieren darüber. In die VL zahlt der Arbeitgeber bis zu 40 Euro im Monat.

"Insbesondere Auszubildende sollten ab der ersten Gehaltszahlung auf das Fondssparen mit vermögenswirksamen Leistungen setzen", empfiehlt der BVI Bundesverband Investment und Asset Management. Berufseinsteiger erhalten aufgrund ihres anfänglich oft geringen Einkommens zusätzlich zu den Zahlungen des Arbeitgebers auch die staatliche Förderung. Das sind bei Aktienfonds 18 Prozent. Das heißt, auf 400 Euro VL gibt es 72 Euro pro Jahr dazu. Bei Bausparverträgen, die auch gefördert werden, gibt es 9 Prozent dazu, maximal 42,3 Euro pro Jahr auf eingezahlte 470 Euro.

Einkommensgrenzen

Alleinstehende erhalten die staatliche Zulage bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 17 900 Euro, Verheiratete bis 35 800 Euro. Berücksichtigt man Werbungskosten, Sonderausgaben und Freibeträge, kann das Bruttoeinkommen deutlich höher liegen - etwa bei 23 000 bzw. 46 000 Euro. Mit Kindern erhöht sich die Einkommensgrenze nochmals.

Sparzulage

Die Sparzulage von maximal 432 Euro (sechs Jahre x 72) muss der VL-Sparer mit der Steuererklärung beim Finanzamt beantragen, und zwar innerhalb von zwei Jahren nach Ablauf des Sparjahres. Eine Bescheinigung des VL-Vertragspartners ist der Steuererklärung beizufügen.

Vorgehen

Als Erstes muss der VL-Sparer sich bei einer Bank, Fondsgesellschaft oder einem Fondsvermittler einen - möglichst guten - Fonds aussuchen (lassen). Dann muss er die Depotverbindung seinem Arbeitgeber mitteilen, der daraufhin sechs Jahre die tarifliche VL oder einen Teil des Gehalts einzahlt. Um die staatliche Prämie einzustreichen, muss das Geld noch ein Jahr ruhen, erst nach dem siebten Jahr wird das VL-Depot aufgehoben.

VL-fähige Fonds

Derzeit werden zirka 240 VL-Fonds in Deutschland angeboten. Das sind meist Fonds einheimischer Kapitalanlagegesellschaften, die in der Regel von Banken angeboten werden. Ausländische Fondsgesellschaften wie Fidelity, Nordea oder Templeton bieten bisher keine VL-Fonds an.

Andere Bezugsquellen

Seit einiger Zeit gibt es auch die Möglichkeit, etwa 50 ausländische Fonds über den Umweg einer Plattform zum VL-Sparen zu nutzen. So unterhalten zum Beispiel die Frankfurter Fonds-Bank oder die Sutor Bank Hamburg bei einzelnen ausländischen Fondsgesellschaften Sammeldepots. Über Vertriebe wie etwa Multi-Invest, AFS oder freie Vermittler können VL-Depots bei diesen Banken abgeschlossen werden. Diese sammeln dann das Geld ein und zahlen es in die entsprechenden Depots der Fondsgesellschaften ein.

Kosten

Depotgebühren bei Banken für hauseigene Fonds entfallen oft oder fallen relativ günstig aus. Wer Fremdfonds in das Depot seiner Hausbank nimmt, muss gewöhnlich mehr bezahlen. Einige Fondsvermittler geben Rabatte auf die Ausgabeaufschläge.

Die Frankfurter Fonds-Bank verlangt 40 Euro für Depotführung, Abrechnung und Auszüge am Ende der Laufzeit. Sutor berechnet vier Monatsbeiträge als Abschlussprovision für einen 7-jährigen VL-Vertrag.

Erwischt man einen Fonds mit überdurchschnittlich guter Wertentwicklung, macht das die höheren Kosten auf jeden Fall wieder wett. "Die Kostenbelastung wissen Sie von vornherein, wie sich der Fonds entwickelt, kann man nur aus einer Vergangenheitsbetrachtung vermuten", gibt Frank Bock vom BVI zu bedenken.

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