Vodafone: Handytarife werden kaum noch fallen

Düsseldorf - Der Rückgang der Minutenpreise bei Handytelefonaten und Kurzmitteilungen nähert sich nach Ansicht von Vodafone Deutschland seinem Ende.

"Wir liegen jetzt bei rund 15 Cent pro Minute und gehören damit in Europa zu den Ländern mit den niedrigsten Tarifen. Das spüren auch wir beim Umsatz. Wir sind zwar so aufgestellt, dass wir jeden Preiskampf mitmachen können. Doch sehr viel tiefer werden die Tarife kaum noch fallen", sagte der Deutschlandchef des britischen Mobilfunkkonzerns, Friedrich Joussen, der "Wirtschaftswoche". Er gehe davon aus, dass das rasant wachsende Datengeschäft die Umsatzausfälle im traditionellen Geschäft bald mehr als ausgleiche. Der Rummel um das iPhone zeige, dass das mobile Internet den Massenmarkt erobere.

Schwierigkeiten räumte Joussen beim Verkauf von DSL-Anschlüssen bei der Vodafone-Tochter Arcor ein. Der intensive Wettbewerb und das Wiedererstarken der Telekom machten es schwieriger, Kunden zum Wechsel zu bewegen. "Das spüren wir bei Arcor", sagte er.

Vodafone wolle auch im Festnetz eine führende Rolle in Europa übernehmen. "Im Mobilfunk sind wir überall in Europa die Nummer eins oder zwei. Das ist unser Anspruch. Diese Stellung wollen wir auch im gesamten Telekommunikationsmarkt bekommen", bekräftigte Joussen. Es müsse nicht sofort ein Marktanteil von 36 Prozent wie im Mobilfunk sein. Die kritische Größe liege im Festnetz bei etwa 20 Prozent. Das wären sechs Millionen Kunden.

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