Vodafone schreibt bis zu 28 Milliarden Pfund ab

- London - Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone muss vor allem wegen seiner deutschen Tochter bis zu 28 Milliarden Pfund (41,15 Mrd Euro) abschreiben. Grund sei unter anderem, dass die Wachstumsaussichten nun schwächer als bisher bewertet würden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Vodafone hatte den deutschen Mobilfunkanbieter D2 Anfang 2000 als Teil von Mannesmann nach einer monatelangen Übernahmeschlacht für rund 200 Milliarden Euro erworben. Wegen des harten Wettbewerbs und des Preisdrucks in der Branche senkte Vodafone auch die Prognosen für das nächste Geschäftsjahr 2006/07 (bis Ende März).

Der Wert der Beteiligungen in Deutschland, Italien und Japan müsse um 23 bis 28 Milliarden Pfund gesenkt werden, teilte der Konzern am Montag in London mit. Der Großteil der angekündigten Abschreibung gehe auf das deutsche Geschäft zurück.

Bei der Mannesmann-Übernahme wurde wie in solchen Fällen oft üblich so genannter Goodwill bezahlt - ein Aufschlag auf den tatsächlichen Firmenpreis ausgehend vor allem aus den Wachstumserwartungen. In den vergangenen Jahren mussten viele Unternehmen der IT-Branche insgesamt Dutzende von Milliarden als Goodwill abschreiben. Vodafone verwies am Montag erneut darauf, dass die Aktienpreise in der Telekom-Branche zum Zeitpunkt der MannesmannÜbernahme auf einem deutlich höheren Niveau waren. Seit dem Übergang zum Buchhaltungsstandard IFRS 2004 könne das Unternehmen Goodwill nicht mehr jährlich abschreiben. Nach den Regeln des britischen Bilanzrechtes hatte Vodafone zuvor jedes Jahr Firmenwerte mit 13 Milliarden Pfund abgeschrieben.

Für das Ende März 2007 auslaufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem Umsatzplus zwischen 5 und 6,5 Prozent. Bislang hatte Vodafone einen Anstieg leicht unter dem für das laufende Geschäftsjahr angepeilten Wert von 6 bis 9 Prozent in Aussicht gestellt. Die Vodafone-Aktie lag am Nachmittag um 2,74 Prozent im Minus bei 113,80 Pence. Zeitweise war sie mit einem Rückgang von rund fünf Prozent auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2003 gerutscht.

Auch bei der operativen Marge ist Vodafone jetzt vorsichtiger. Bei der Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnet jetzt Vodafone in allen Regionen bis auf Japan mit einem Rückgang um ein Prozent. Hier hatte Vodafone bisher einen leichten Rückgang in Aussicht gestellt. Weitere Kostensenkungen könnten den Preisdruck und den Aufwand für die Neukundengewinnung nicht ausgleichen.

Die Mobilfunk-Anbieter befinden sich derzeit unter Druck. Zum einen fallen die Preise unter anderem durch den Vormarsch von Billiganbietern. Zum anderen drohen ihnen neue Technologien wie die inzwischen auch auf dem Handy mögliche Internet-Telefonie (VOIP) das Geschäft zu verderben. Der neue Mobilfunkstandard UMTS, in den die Branche schätzungsweise mehr als 100 Milliarden Euro gesteckt hat, blieb unterdessen bislang nur ein Nischenmarkt.

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