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Marco Altingerist neuer Präsident des Bunds der Selbständigen.

Nach Querelen im Verband

Völlig überraschend: Altinger führt jetzt BDS

Landshut – Der Bund der Selbständigen (BDS) hat eine neue Führung. Völlig überraschend setzte sich bei der Verbandstagung des traditionsreichen Gewerbeverbands Bayern in Landshut Marco Altinger (36) gegen den bisherigen Präsidenten Ingolf Brauner (55) durch.

Brauner erhielt nur 72 Stimmen, Altinger kam auf 112. Das ist eine deutliche Mehrheit, die auch die Unzufriedenheit vieler Selbständigen mit ihrer alten Führung zum Ausdruck bringt. Intransparenz, Selbstherrlichkeit und ein für viele schwer nachvollziehbarer Umgang mit Verbandsgeldern wird Brauners Team seit Jahren vorgeworfen. Doch Mehrheiten waren ihm bisher immer sicher. Kritiker dagegen wurden regelmäßig abgewählt.

Das hat sich nun offenbar geändert. Nachdem nach Brauners Abwahl auch der Rest des alten Präsidiums nicht mehr zur Verfügung stand, wurde die gesamte Führungsmannschaft ausgetauscht. Das entsprach auch Altingers Ziel, „mit einem komplett neuen Team durchstarten zu können“.

Neuer Präsident will an alte Stärken anknüpfen

Dabei wird der jüngste Präsident, den die Selbständigen in Bayern bisher je hatten, den BDS nicht vollkommen neu erfinden. Er will vielmehr an alte Stärken anknüpfen, die in den Augen vieler Kritiker in den letzten Jahren zu kurz gekommen waren. Der Verband lebt traditionell von starken Ortsverbänden engagierter Unternehmer. Diese sollen jetzt wieder gestärkt werden. Bezirksgeschäftsstellen und die Zentrale des Verbands im Münchner Westend werden wieder stärker in ihrer Arbeit unterstützt.

Basisarbeit kennt Altinger gut. Er war beruflich Polizist und ehrenamtlicher Karate-Lehrer, als er beschloss, das frühere Ehrenamt zur Hauptsache zu machen. Er gründete 2004 in Landshut eine Kinder-Karate-Schule, die heute mit 40 Standorten in ganz Bayern vertreten ist.

Altingerist ist stolz auf Azubi-Akademie

Ein klassischer Unternehmensgründer, der sich auch im BDS seit Jahren engagiert. Altinger ist Vorsitzender des Verbands in Landshut und war bisher gleichzeitig Bezirksvorsitzender in Niederbayern – eine Funktion, die er nun aufgeben will. Doch in Landshut bleibt er aktiv. Besonders stolz ist er auf die dort eingerichtete Azubi-Akademie, eine überbetriebliche Bildungseinrichtung. Sie soll jungen Berufstätigen das vermitteln, was in keinem Berufsschul-Lehrplan steht, was sie aber in ihrem künftigen Berufsleben brauchen können – etwa den professionellen Umgang mit sozialen Netzwerken.

Neben Brauner verlässt auch der bisherige Hauptgeschäftsführer Markus Droth, ein enger Vertrauter des Ex-Präsidenten, den Verband. Er hat – noch mit dem alten Präsidium – einen Aufhebungsvertrag abgeschlossen, offenbar um für den Fall einer Abwahl Brauners abgesichert zu sein. Derzeit ist Droth beurlaubt.

Martin Prem

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