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Paukenschlag bei VW: Konzernchef Diess vor dem Aus - Aufsichtsrat geht heftigen Schritt

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Von: Patricia Huber

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Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen-AG.
Die Zukunft von VW-Chef Herbert Diess ist derzeit ungewiss. © Sebastian Willnow/picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die angespannte Lage in der VW-Führungsebene verschärft sich immer weiter. Jetzt hat der Aufsichtsrat Konzernchef Diess sein Misstrauen ausgesprochen.

Wolfsburg - Der interne Konflikt bei Volkswagen* spitzt sich immer weiter zu. Jetzt haben die Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat dem umstrittenen Konzernchef Herbert Diess* das Misstrauen ausgesprochen. Das bestätigen mehrere Quellen im Kontrollgremium und im Konzern dem Handelsblatt.

Im Vorgespräch des Aufsichtsrates fuhr die Mitarbeiterseite ihr härtestes Geschütz gegen Diess auf. Immer wieder sorgt der Vorstandschef für Schlagzeilen. Erst kürzlich warf er bei einer VW-Aufsichtsratssitzung einen Abbau von 30.000 Stellen in den Raum. Später schlug er dann die Einladung der Betriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo zur Betriebsversammlung aus. Cavallo zeigte sich daraufhin empört und sprach von einem beispiellosen Verhalten in der Geschichte des Konzerns.

VW: Diess erscheint doch zur Betriebsversammlung

Beim Treffen der Aufsichtsräte folgte nun der Vertrauensentzug. Die Sitzung bewegte Diess wohl außerdem dazu, doch zur Betriebsversammlung am Donnerstag (4. November) zu erscheinen.

Doch der Aufsichtsrat scheint mittlerweile auch seine Zweifel an Diess zu haben. Der Vermittlungsausschuss soll nun klären, wie es mit dem VW-Vorstand weitergeht. Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung, welche Ende November oder Anfang Dezember stattfinden könnte, sollen der Ausschuss eine Lösung finden. Bis dahin ist Diess‘ Zukunft im Konzern ungewiss.

VW: Konzern ist bis zur Entscheidung des Vermittlungsausschusses blockiert

Auch auf das Geschäft hat die jüngste Entwicklung in der VW-Chefetage Auswirkungen. Aus VW-Kreisen heißt es: „Das Unternehmen ist blockiert“, schreibt das Handelsblatt. Entscheidungen über Investitionen, die geplant, aber noch nicht freigegeben sind, sind vorerst ausgesetzt.

Wie es weitergehen wird und ob es einen Kompromiss geben könnte, entscheiden der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, IG-Metall-Chef Jörg Hofmann und die Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Sie sind die Mitglieder des Vermittlungsausschusses. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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