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Auch an VW geht die Autokrise nicht spurlos vorbei.

Bei Volkswagen drohen im ersten Quartal rote Zahlen

Wolfsburg - Europas größter Autobauer Volkswagen droht zu Jahresbeginn angesichts der dramatischen Autokrise in die roten Zahlen zu rutschen

“In der jetzigen Situation können wir für das erste Quartal auch einen Verlust nicht ausschließen“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch der “Börsen-Zeitung“ (Freitagausgabe). VW rechnet für das laufende Jahr konzernweit mit einem Absatzeinbruch von rund zehn Prozent.
VW drosselt bereits die Produktion. Da das Bremsmanöver vor allem ins erste Quartal gelegt werde, seien entsprechende negative Auswirkungen auf das Ergebnis zu erwarten. Im ersten Quartal des vergangenen Jahres hatte der VW-Konzern noch ein operatives Ergebnis von 1,3 Milliarden Euro erzielt, das Ergebnis nach Steuern lag bei 929 Millionen Euro.

Pötsch sagte, VW werde sich von dem Gros der Leiharbeiter trennen müssen. “Bei der Stammbelegschaft hilft uns, dass bis vor kurzem noch Sonderschichten gefahren wurden und daher die Zeitkonten gut gefüllt waren.“

Volkswagen hatte angekündigt, wegen der Absatzkrise in seinen deutschen Werken vor allem im Fahrzeugbau Ende Februar rund 61 000 Beschäftigte für fünf Tage in Kurzarbeit zu schicken. VW- Betriebsratschef Bernd Osterloh schrieb laut Medienberichten in einem Brief an die Belegschaft, weitere Kurzarbeit sei möglich. Die Autobauer kämpfen wegen der Absatzkrise, die vor allem in den wichtigen Märkten USA, Westeuropa und Japan herrscht, gegen Überkapazitäten. “Ich persönlich fürchte, dass wir das Tief an den Märkten noch nicht gesehen haben.“

Im vergangenen Jahr hat VW laut Pötsch “wesentliche Ziele“ erreicht, etwa beim operativen Ergebnis. VW hatte angestrebt, 2008 das Ergebnis des Vorjahres von rund 6,2 Milliarden Euro zu übertreffen. Wenn es nicht zu dem “dramatischen Einbruch zum Jahresende hin gekommen wäre, dann hätten wir gewiss ein Ergebnis in einer neuen Dimension für Volkswagen vorgelegt“. Dies sei nun so nicht eingetreten. Dennoch gehe VW mit einer “sehr substanziellen Nettoliquidität“ in das Jahr 2009, auch wenn die massiven Verwerfungen auf den Märkten Spuren hinterlassen hätten. VW sei davon überzeugt, dass der Konzern in einer guten Ausgangsposition sei, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern.

Im vergangenen Jahr hatte der VW-Konzern gegen den Branchentrend noch einen Absatzrekord erzielt. Der Konzern lieferte weltweit 6,23 Millionen Fahrzeuge aus. Das waren 0,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings hatte VW im Jahresverlauf deutlich an Wachstumstempo verloren.

dpa

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