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VW will den Angaben zufolge die Marke neu im Iran etablieren - die schon in den 1950er Jahren mit dem Käfer im Straßenbild präsent gewesen sei. Foto: Uli Deck

Lokaler Partner

Volkswagen kehrt auf iranischen Markt zurück

Wieder ein weißer Fleck weniger auf der automobilen Landkarte: Volkswagen kehrt zurück auf den iranischen Markt - mit Passat und Tiguan, wo früher schon der Käfer fuhr. VW verspricht sich viel von dem Markt.

Wolfsburg (dpa) - Neustart für Volkswagen nach dem Ende der Sanktionen im Iran: Nach über 17 Jahren kehrt die Marke Volkswagen ab August auf den iranischen Markt zurück.

Mit dem lokalen Partner Mammut Khodro sei ein Vertrag geschlossen worden, der zunächst den Import der Modelle Tiguan und Passat vorsehe, teilte Volkswagen in Wolfsburg mit. Das 1995 gegründete iranische Unternehmen ist bereits Importeur für Scania. Zunächst sollen die Autos über acht Händlerbetriebe mit dem Schwerpunkt im Raum Teheran verkauft werden. Mittel- bis langfristig erwartet die iranische Regierung einen Gesamtmarkt von drei Millionen Neuzulassungen im Jahr.

Eine eigene Produktion im Iran sei nicht geplant, sagte ein VW-Sprecher. Ziel sei es, "signifikante Stückzahlen" zu erreichen, Details zu den geplanten Absatzzahlen wurden nicht genannt. VW will den Angaben zufolge die Marke neu im Iran etablieren - die schon in den 1950er Jahren mit dem Käfer im Straßenbild präsent gewesen sei. In den 1990er Jahren schließlich war es der VW Gol. Im Jahr 2000 zog sich Volkswagen aus dem Iran zurück.

VW steht mit der Rückkehr in den Iran nicht allein: Der französische Autobauer PSA mit den Marken Peugeot und Citroën sowie Renault gehörten zu den ersten Herstellern, die nach dem Fall der Sanktionen ihr Geschäft dort forcierten. Auch angesichts des nachlassenden Wachstums in China müssen die Hersteller ohnehin neue Märkte erschließen. Ursprünglich hatte Chinas Regierung zudem geplant, schon von 2018 an eine strenge Produktionsquote für Autos mit alternativen Antrieben einzuführen.

Anfang 2016 war daher aus VW-Unternehmenskreisen bereits zu hören, dass Volkswagen durchaus mit von der Partie sein wolle, wenn westliche Hersteller ihre Autos wieder im Iran verkaufen dürfen. Im Juli 2015 war der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) als einer der ersten westlichen Spitzenpolitiker in den Iran gereist - begleitet von einer Wirtschaftsdelegation, darunter Manager von VW und Daimler. Der Erfolg am iranischen Markt hänge stark davon ab, ob das erwartete Wirtschaftswachstum komme - und ob die Öffnung gelinge, urteilte der Branchenexperte Stefan Bratzel vom Institut CAM-Center in Bergisch-Gladbach.

Die Marke VW fülle mit der Rückkehr in den Iran einen "weiteren weißen Fleck auf der globalen automobilen Landkarte", sagte Projektleiter Anders Sundt Jensen.

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