+
In Deutschland erwischte Volkswagen einen guten Jahresstart - auch weil im Vorjahr die Dieselaffäre noch den Absatz belastet hatte. Foto: Julian Stratenschulte

Bester Jahresstart

Volkswagen-Konzern steigert Absatz deutlich

Volkswagen wird "Diesel-Gate" nicht los, für die Kunden allerdings spielt die Affäre offensichtlich so gut wie keine Rolle mehr. Der Konzern steigert den Absatz im Januar erneut - und schafft den Jahresstart der VW-Geschichte.

Wolfsburg (dpa) - Der Volkswagen-Konzern ist trotz der Debatten über die Zukunft des Dieselmotors mit einem satten Absatzplus ins neue Jahr gestartet. Weltweit lieferten die Wolfsburger im Januar mit 898.700 Stück rund 10,1 Prozent mehr Autos und Nutzfahrzeuge an die Kunden aus als im Vorjahresmonat.

Das teilte das Unternehmen mit. "Das ist der beste Jahresstart in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns", sagte Konzern-Vertriebschef Fred Kappler am Freitag. In allen Regionen sei die Zahl der Auslieferungen spürbar gestiegen.

In Deutschland erwischte Volkswagen einen guten Jahresstart - auch weil im Vorjahr die Dieselaffäre noch den Absatz belastet hatte. Insgesamt 97.900 Fahrzeuge wurden im Januar auf dem Heimatmarkt ausgeliefert, 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zudem trugen die Premiumtochter Audi sowie der spanische Autobauer Seat mit Zuwächsen von je gut einem Fünftel zu dem Plus bei. Audi hatte im Vorjahr einen schwachen Start in China gehabt. Auch die Lastwagen-Marken Scania und MAN erholten sich im Januar mit deutlichen Pluszeichen.

Den Erfolg in Deutschland begründete der Konzern auch mit der Umtauschprämie für alte Diesel mit der Abgasnorm Euro 1 bis Euro 4, die zwischen August und Ende Januar bereits rund 150.000 Kunden genutzt hätten. Wegen der starken Nachfrage hatten die Konzernmarken VW, Audi, Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge den Bonus für Altautos bis zum 31. März 2018 verlängert. Volkswagen, Daimler, BMW und Opel hatten ihren Kunden außerdem kostenlose Updates an der Steuersoftware von potenziell bis zu 5,3 Millionen Autos der Schadstoffnormen Euro 5 und 6 zugesagt.

In den USA lieferte Volkswagen im Januar 44.300 Autos aus - ein Plus von 6,7 Prozent. In Europa kletterte der Absatz um 5,5 Prozent auf 332.600 Fahrzeuge, in Russland um 20,8 Prozent auf 11 900 und in Brasilien gar um 45,5 Prozent auf 28.100 Stück. Wichtigster Einzelmarkt war erneut China, wo die Zahl der Auslieferungen um 15,9 Prozent auf 398.600 Fahrzeuge anstieg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Verhängen die USA im Handelsstreit mit der EU hohe Sonderzölle auf Autos? Diese Frage sorgt seit Monaten für Nervosität - vor allem Deutschland bangt wegen seiner großen …
EU bereitet Maßnahmen gegen mögliche US-Autozölle vor
Dax weitet Verluste aus
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Donnerstag seine Verluste ausgeweitet. Zum Handelsschluss blieb der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,62 Prozent auf …
Dax weitet Verluste aus
Zinsmanipulation: Ex-Händler Bittar muss in Haft
Ein ehemaliger Händler der Deutschen Bank hatte ein Geständnis abgelegt und konnte deshalb auf Strafminderung hoffen. Er habe Bestätigung daraus gezogen, "das System …
Zinsmanipulation: Ex-Händler Bittar muss in Haft
Comcast gibt im Bieterkampf um Fox-Übernahme auf
Philadelphia (dpa) - Der US-Kabelkonzern Comcast gibt sich im Wettbieten mit Disney um große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox geschlagen.
Comcast gibt im Bieterkampf um Fox-Übernahme auf

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.